Europawahl – Die EU kommt zu sich
Die Ergebnisse der Europawahl deuten viele als Rechtsrutsch. Das ist zu kurz geblickt, meint Moritz Rudolph, da es ein linksliberales Europa in Wirklichkeit nie gab. Vielmehr kehrt Europa gerade zu seinen rechten Wurzeln zurück.
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Die kritische Theorie war politisch nie einheitlich: Einst marxistisch engagiert, lehnten Adorno und Horkheimer später blinden Aktivismus ab. Frederik R. Heinz deutet den Wahlaufruf heutiger Vertreter, anders als unser Redakteur Moritz Rudolph, nicht als Linkswende, sondern als Zeichen von Orientierungslosigkeit. Eine Replik.
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Welcher Philosoph liefert die Begriffe, durch die unsere komplexe Gegenwart verständlicher wird? Wer das jüngst erschienene Glossar der Gegenwart 2.0 liest, wird Gilles Deleuze als Vordenker der aktuellen Verhältnisse ausmachen, meint Moritz Rudolph in seiner Lesenotiz.
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Der Philosoph Srećko Horvat tritt als einer der Spitzenkandidaten der Partei DiEM25 bei den Europawahlen an. Was bewegt den kroatischen Denker, sich in Deutschland für Europa einzusetzen?
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Der Experte hat Konjunktur, der Populist aber auch. Beide verwalten den Status quo. Allein der Philosoph sucht nach Auswegen. Ein Impuls von Moritz Rudolph.
Kommentare
exzellent formuliert - das Pendel hat und wird weiterhin in Richtung rechtsliberal ausschlagen ! Egal wie man dazu steht, auch Habermas sieht mittlerweile ( wie in Fragen der Religion ! ) die Denkrichtung inn Europa wohl etwas anders.
Mir scheint Europa mit einem Parlament nach Zweiparteienwahlrecht tendenziell so rechts wie links, weil die Mitte in der Mitte liegt. Wenn rechte Politik attraktiver ist, wird weniger linke Politik gemacht und mehr rechte, so dass beide Chancen auf Regierung haben, und auf lange Sicht kann man einen Kurs zur Hälfte mehr rechts und zur Hälfte mehr links erwarten.
Europa mit einem Parlament nach Vielparteienwahlrecht erfährt eine weitere Koalition der Mitte.
Ich danke für den Artikel und die Möglichkeit, zu kommentieren.