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Bild: © Yorick Le Saux/Vague Notion

Film

Zarte Familienbande

Charlotte Ruble veröffentlicht am 27 Februar 2026 2 min

In Father Mother Sister Brother nimmt Jim Jarmusch das verworrene Geflecht von Familiendynamiken in den Blick.

 

Im Erwachsenenleben kommt unweigerlich der Moment, in dem einem die eigenen Eltern fremd erscheinen. Mit einem Mal wird offenbar, dass man sich trotz aller Vertrautheit eigentlich nicht kennt. Mit Father Mother Sister Brother, der vergangenes Jahr mit dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele Venedig prämiert wurde, gelingt Kultregisseur Jim Jarmusch in drei voneinander unabhängigen Vignetten eine sanfte Meditation über jene familiären Entfremdungs- und Annäherungsbewegungen.

Da sind etwa Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik), die ihren exzentrischen Vater (Tom Waits) besuchen, dem sie aufgrund von Problemen unterschiedlichster Art wiederholt finanziell aushelfen müssen. Oder die alleinstehende Mutter (Charlotte Rampling), die ihre zwei erwachsenen Töchter (Cate Blanchett, Vicky Krieps) nur einmal im Jahr für einen angespannten Nachmittagstee sieht, wenngleich diese für ihre Mutter nach Dublin gezogen sind. Die stummen Erwartungen, die im frostigen Umgang mitschwingen, verhindern dabei einen unverstellten Blick aufeinander und verunmöglichen eine genuine Begegnung. So wird Jeff durch die Rolex-Uhr am Handgelenk seines Vaters und die stylischen Möbel zwar argwöhnisch, vermag es aber nicht, diesen Irritationen nachzuspüren. Denn dies würde nicht nur nahelegen, dass sein Vater ihn übers Ohr haut, sondern auch sein Selbstbild als fürsorglicher Sohn ins Wanken bringen. Eine gewisse Scharade ist für den Erhalt einer zerbrechlichen Ordnung augenscheinlich notwendig; die Entfremdung wird zementiert. Und so halten die Familienmitglieder an den geronnenen Bildern fest, steigen willentlich auf die falschen Fährten ein und verpassen sich fortwährend. Dass vieles nicht zur Sprache gebracht werden kann, illustriert Jarmusch in den Konstellationen durch unaushaltbar lange Schweigepausen, die er ins Unendliche gedehnt stehen lässt. Lediglich in der dritten Variation rückt Jarmusch mit dem Zwillingspaar Skye und Billy (Indya Moore, Luka Sabbat), die ihrer kürzlich verstorbenen Eltern in deren ausgeräumter Pariser Wohnung gedenken, eine beinahe symbiotische, leichtfüßige Intimität ins Zentrum. Inmitten von Memorabilia erschaffen die Geschwister einen Raum der offenen Neugier für ihre Eltern, in welchem eine berührende Nähe trotz aller Differenz aufkeimen kann.

In gewohnter Jarmusch-Manier zeugt Father Mother Sister Brother letztlich auch von einer diebischen Freude am lässigen Gaunertum; der unbändigen „joie de vivre“, die sich in zweckbefreiten Tricksereien Bahn bricht. Denn vielleicht ist es auch einfach ein großes Vergnügen, sich nicht ganz zeigen zu müssen, einen kleinen Rest seiner selbst geheim zu halten. •

„Father Mother Sister Brother“, Regie: Jim Jarmusch, Kinostart: 26.02.2026

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