Pride Month – haben wir verlernt, ambig zu sein?
Der Pride Month im Juni zelebriert die Vielfalt sexueller Orientierungen sowie geschlechtlicher Identitäten und fordert von der Gesellschaft „Ambiguitätstoleranz“ – die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten auszuhalten. Doch kann das gelingen, wenn die LGBT-Bewegung selbst nach klaren Kategorien sucht?
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Leseprobe aus „Alles, was dazwischenliegt“ von Nesibe Kahraman
In ihrem Buch Alles, was dazwischenliegt vermittelt Nesibe Kahraman, ohne es explizit als Ziel oder Anspruch zu formulieren, die Kunst des Aushaltens. Diese Tugend, die im heutigen Kontext als besonders bedeutsam erscheint, wird durch die Fähigkeit zur Ambiguitätstoleranz verkörpert.
Gegen den Strich
Durch die „Black Lives Matter“-Bewegung wird weltweit über den Umgang mit Denkmälern diskutiert. Dabei braucht es vor allem Ambiguitätstoleranz – aber richtig verstanden.
Dialektik der Sensibilität
Die Sensibilisierung des Selbst ist der Motor des Fortschritts. Doch schlägt die positive Kraft moderner Empfindsamkeit bisweilen ins Gegenteil um: Ohne ausreichend Ambiguitätstoleranz droht die Kultur der Sensibilität den sozialen Raum zu zerstören. Ein Essay von Andreas Reckwitz.
Haben wir verlernt, einsam zu sein?
Viele Menschen leiden an der Einsamkeit. Doch anstatt ihr auszuweichen, sollten wir sie vielleicht als Quelle der Selbsterfahrung entdecken.
Elisa Hoven: „Das Recht geht von einem sexuell selbstbestimmten Menschen aus“
Auch wenn Anschuldigungen sexueller Übergriffe gegenüber berühmten Persönlichkeiten immer wieder vor Gericht landen, bleiben Verurteilungen oft aus. Überschätzen wir, was das Recht regeln kann und sollte? Ein Gespräch mit der Strafrechtlerin Elisa Hoven über die Grenze von Recht und Moral.
Das Ideal der Intensität
Man kennt es aus Filmen und Romanen: Die Frage nach dem Lohn des Lebens stellt sich typischerweise erst im Rückblick. Als Abrechnung mit sich selbst und der Welt. Wenn das Dasein noch mal vor dem inneren Auge vorbeifliegt, wird biografisch Bilanz gezogen: Hat es sich gelohnt? War es das wert? Würde man alles wieder so machen? Dabei läge es viel näher, die Frage, wofür es sich zu leben lohnt, nicht so lange aufzuschieben, bis es zu spät ist, sondern sie zum Gradmesser von Gegenwart und Zukunft zu machen. Zum einen, weil sie so gegen spätere Reuegefühle imprägniert. Wer sich darüber im Klaren ist, was das Leben wirklich lebenswert macht, wird gegenüber dem melancholischen Konjunktiv des „Hätte ich mal …“ zumindest ein wenig wetterfest. Zum anderen ist die Frage als solche viel dringlicher geworden: In dem Maße, wie traditionelle Bindungssysteme an Einfluss verloren haben, also etwa die Bedeutung von Religion, Nation und Familie geschwunden ist, hat sich der persönliche Sinndruck enorm erhöht. Wofür lohnt es sich, morgens aufzustehen, ja, die Mühen des Lebens überhaupt auf sich zu nehmen? Was genau ist es, das einem auch in schwierigen Zeiten Halt verleiht? Und am Ende wirklich zählt – gezählt haben wird?
Germany’s Next Topmodel – Vielfalt verkauft sich
Morgen findet das Finale der 17. Staffel von Germany’s Next Topmodel statt. Die Castingshow bemüht sich um einen Image-Wandel. Das Motto lautet: Diversity. Doch offenbart sich die behauptete Vielfalt als Verhärtung des Identitätsdenkens. Ein Impuls von Theresa Schouwink.
Kirstin Munro: „Man kann die Gesellschaft nicht in kleine Stücke zerlegen“
Marx entzauberte Kategorien wie Arbeit und Tausch und stellte sich damit gegen die Politischen Ökonomen seiner Zeit. Zugleich teilte er ihre Einsicht, Wirtschaft sei nur als Teil von Gesellschaft zu verstehen. Daran sollten wir anschließen, meint Kirstin Munro.