Der Fluch der Zuchtbanane
Die Selektion galt lange als bevorzugte Technik, um Ertrag und Schönheit zu optimieren. Wie andere Pflanzen auch wurde die Banane dadurch aber genetisch immer homogener – und angreifbarer. Deshalb setzt man in jüngster Zeit erneut auf Diversität und entdeckt jahrtausendealte Zuchttechniken wieder.
Man kann Bananen roh, gekocht, gebraten oder getrocknet essen. Sie eignen sich als Babynahrung ebenso wie als Energiespender für Spitzensportler. Reife Bananen sind reich an Kohlehydraten und Vitaminen und enthalten zudem Dopamin und Serotonin, beide auch als Glückshormone bekannt. Kurz: Sie sind ein ergiebiges Grundnahrungsmittel. Es ist also kein Wunder, dass die Bananenproduktion mittlerweile bei jährlich über 100 Millionen Tonnen liegt. Doch stößt die Produktion langsam an eine Grenze. Der Grund dafür liegt in der Logik der Homogenisierung, die die Pflanzenzucht nun über Jahrhunderte dominiert hat. Bananen zeigen damit musterhaft, wohin eine auf Ertragssteigerung angelegte Pflanzenzucht führt.
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