„Wir spüren plötzlich alle anderen auf der eigenen Haut“

Bild ©: Andrew B. Myers



Die erhöhte Sensibilität sei auf den Imperativ „Sei ganz du selbst!“ zurückzuführen: In seinem neuen Buch „Die blitzenden Waffen“ plädiert Robert Pfaller für die Allgemeinheit der Form als Grundbedingung von Geselligkeit und Solidarität. Ein Gespräch über die Privatisierung des Geschlechts, die Leichtigkeit des „Als Ob“ und die Pseudo-Form der Corona-Etikette.

Die Fragen stellte Svenja Flaßpöhler


Herr Pfaller, warum müssen Waffen blitzen? Reicht es nicht, wenn Sie schön scharf sind?

Aristoteles und seine Nachfolger in der Rhetorik, wie Cicero, Quintilian oder (im 17. Jahrhundert) Emmanuele Tesauro und Matteo Pellegrini sind sich in diesem Punkt einig: das sachlich richtige Argument beeindruckt nur mäßig und überzeugt bestenfalls Experten. Begeisterung bei den Massen hingegen erzeugt ein pointierter, prägnanter oder geschliffener Stil. Und nur er ist imstande, einen Meinungsumschwung bei Andersdenkenden oder Indifferenten herbeizuführen. Ich glaube, diesen Gedanken kann man gegenwärtig in der Kunst recht gut verifizieren: Wir haben es derzeit– etwa auf der letzten „documenta“ – meist mit einer inhaltsfixierten Kunst zu tun, die nur Eingeweihte erreicht und nur die bereits Überzeugten in ihren Auffassungen (zum Beispiel in der Flüchtlingsfrage) bestätigt. Ohne gelungene Form werden die Inhalte übrigens auch immer eigentümlich unscharf. Eine formal operierende Kunst hingegen konnte – wie bei John Heartfield, Valie Export, Christoph Schlingensief oder zuletzt bei Omer Fast – auch ein weniger kunstaffines Publikum erreichen und wäre in der Lage, unterschiedlichste Überzeugungen zu erschüttern.

Wir leben in einer Zeit, schreiben Sie, die die Essenz betont, nicht die Form. Es geht uns heute um Wahrhaftigkeit, um Authentizität – was genau ist daran problematisch?

Wie Richard Sennett bemerkt, entwickeln sich westliche Gesellschaften seit den 1970er Jahren von „außen-geleiteten“ zu „innen-geleiteten“ Gesellschaften. An die Lohnarbeit zum Beispiel stellen wir weniger die Frage, ob sie uns genug Geld einbringt, und fragen eher, ob wir uns mit ihr identifizieren können. Und im öffentlichen Raum begegnen wir einander nicht mehr als „Schauspieler“ einer Rolle, samt den dazugehörigen höflichen „Masken“, sondern wir meinen, wir müssten nach außen das zeigen, was wir für unser inneres Wesen halten. Dadurch aber spüren wir plötzlich auch alle anderen auf der eigenen Haut. Die zunehmenden Empfindlichkeiten und Gefühle des Verletztseins, von denen immer mehr Leute geplagt werden, scheinen mir daher zu rühren. Den meisten Leuten ist die Idee abhanden gekommen, die man zum Beispiel bei Reisen nach Frankreich noch vorgelebt bekommen kann: dass man im öffentlichen Raum die Verpflichtung hat, ein Zusammentreffen mit anderen gemeinsam zu einer hübschen Szene zu gestalten. Wenn man sich da ein wenig bemüht und wenn dies gelingt, dann erzeugt das nicht nur eine beträchtliche Menge Glück, sondern auch eine gewisse Solidarität. Dem gegenüber jedoch versucht uns eine bestimmte, vor allem angelsächsische Kulturströmung zunehmend davon zu überzeugen, dass der Andere eigentlich nur eine Quelle gesundheitlicher, finanzieller oder sicherheitspolitischer Bedrohungen oder Belästigungen sein kann, so dass man am besten gar nicht erst bei ihm anstreift.

Als Beispiel ziehen Sie auch den Gender-Diskurs heran und kritisieren vehement die „Privatisierung des Geschlechts“. Was genau meinen Sie?

Das in bestimmten US-amerikanischen und britischen Gesetzen bereits geltende Prinzip, dass jeder sein Geschlecht einfach selbst bestimmen kann, schafft eine Reihe von Problemen (etwa bei der Gleichberechtigung von Frauen), aus denen sich der Staat dann bequem zurückzieht; und es scheint mir – entgegen dem behaupteten Anspruch – auch nicht einmal besonders Transgender-freundlich zu sein. Die Idee, das Geschlecht wäre etwas zutiefst Inneres; ein Wesen, das man in sich selbst verspüren müsse, setzt die betroffenen Personen unter enormen Druck. Kein Wunder, dass viele sich dem entziehen und sich für irgendein unbestimmbares X erklären möchten.


Die Sprache gehört allen. Alle können über alles sprechen, und niemand hat dabei irgendein unveräußerliches Erfahrungsprivileg


 

Geschlecht als Form zu begreifen hieße also, Leichtigkeit zurückzugewinnen?

Ja. Wenn das Geschlecht, ähnlich wie die Höflichkeit, als eine Reihe von äußeren Zeichen bestimmt wird, die einfach zu setzen sind, dann kann man die Innerlichkeit der Leute in Frieden lassen. Das Geschlecht wird dann zu etwas Leichtem, Gestaltetem. Es ist dann eine äußere, soziale, kommunikative und performative Tatsache, und keine essentielle Privatangelegenheit. Es lässt sich dann auch leichter wechseln. Ich denke, alle Versuche, bestimmte Themen wie das eigene Geschlecht, oder auch die eigene Verletztheit zum Gegenstand eines intimen Wissens zu erklären, das nur den jeweils Betroffenen selbst zugänglich ist, ohne Möglichkeit des Irrtums oder der Täuschung, müssen mit dem größten Mißtrauen betrachtet werden. Sie zeugen letztlich von gewaltiger Verachtung gegenüber diesen Betroffenen: Wer sich nicht irren oder andere täuschen kann, ist nämlich kein Subjekt mehr. Ludwig Wittgensteins Argumente gegen die private Sprache scheinen mir gerade vor diesem Hintergrund neoliberaler Kulturprivatisierung von entscheidender Relevanz zu sein. Die Sprache gehört allen. Alle können über alles sprechen, und niemand hat dabei irgendein unveräußerliches Erfahrungsprivileg. Um zu verstehen, was Phantomschmerz ist, ist es kein Vorteil, wenn einem ein Körperteil fehlt. Dass manche in Bezug auf manche Dinge mehr wissen als andere, ist etwas ganz anderes. Dieser Wissensvorsprung lässt sich ja seinerseits auch wieder unter Beweis stellen und anderen mitteilen.

Formen können allerdings auch einengen, Leichtigkeit mithin gerade verhindern. Ist die Form nicht im Grunde eher ein Mittel der Disziplinierung als der Befreiung?

Formen zu beseitigen, erscheint mir jedenfalls oft noch repressiver. Der Vorgesetzte, der mich wenigstens siezen muss, hat nicht ganz so viel Macht über mich wie der duzende. Die Freiheit in Bezug auf die Form ergibt sich durch Formbeherrschung. Wie man an vielen populären Kulturen beobachten kann, ist dies nichts Elitäres.

Die Höflichkeit erfordert, dass wir unsere wahren Empfindungen nicht zeigen, also buchstäblich die Form wahren. Das setzt auch kulturelles Wissen, einen bestimmten Habitus voraus, über den nicht jeder verfügt – ein Problem?

Ungehemmtheit ist meist kein Ergebnis von Unwissenheit. Sie ist in der Regel etwas Sekundäres. Aus Revanchegelüsten oder aber aus einem Gefühl der Überlegenheit pfeifen Leute auf die Form. Oft sind es, wie im Fall des gegenwärtigen US-Präsidenten, Angehörige urbaner Eliten.

Immer wieder geht es in Ihrem Buch um die Form der Sprache, um die gelungene Formulierung. Warum finden Sie es wichtig, gerade jetzt darauf hinzuweisen?

Die Form ist ein geselliges und solidarisches Element, in dem sich Menschen gut bewegen und miteinander in Austausch treten können – eben indem sie ihre Besonderheiten hinter sich lassen. Diese Basissolidarität sehe ich durch ökonomische und kulturelle Privatisierung ebenso gefährdet wie durch eine vermeintlich emanzipatorische Politik, die den Leuten weismachen will, ihre naturwüchsigen Eigenheiten wären das Beste an ihnen, und alles andere wäre eine Zumutung, gegen die sie sich wehren müssten.

Auch ein Donald Trump gebraucht die Sprache als Waffe. Wie unterscheidet sich seine von jener blitzenden Waffe, die Sie im Sinn haben?

Ich frage mich manchmal, ob die Einfachheit seiner Wortmeldungen nicht künstlich von raffinierten Beratern hergestellt oder wenigstens verstärkt wird. Dass diese Einfachheit auf manche bestechend wirken konnte, ist allerdings meines Erachtens auch auf ein Versäumnis der Kulturlinken zurückzuführen, die sich in bestimmten Nischen auf eine Art von Sprache zurückgezogen hat, die von den Mehrheiten nur noch als elitär wahrgenommen wird. Blitzend hingegen wäre eine Sprache, die sowohl klug als auch populär auftritt und die in der Lage ist, auch Leuten, die anderer Meinung sind, zu denken zu geben.

Im Anschluss an Roland Barthes` Ausführungen zum „Punctum“ schreiben Sie, dass eine gelungene Formulierung „die Sachlichkeit nicht intakt lässt“, stattdessen rühre sie „an die Gewissheiten des Subjekts“. Im Moment allerdings ist die Sachlichkeit, die Sachlichkeit der Wissenschaft, wieder sehr gefragt. Alle schauen auf die Virologen. Eine schlechte Zeit für blitzende Waffen?

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir genau sagen können, wo in der Corona-Krise die Sachlichkeit wirklich anzutreffen war. Gerade Fragen der Gesundheit haben etwas gefährlich Blendendes an sich – man glaubt leicht, es handle sich um Dinge, die außer Frage stehen. Dabei sind hier natürlich immer massive finanzielle und politische Interessen am Werk. Werden sie erkannt, so stellt sich die vermeintlich objektive Sachlage oft blitzartig anders dar.


Wenn uns etwas berührt, dann immer dadurch, dass es uns zu einem Umdenken veranlasst, selbst wenn wir keine neue Information erhalten


 

Corona hat uns in gewisser Weise die Macht der Form zurückgebracht. Es gelten wieder Etikette, man hat in die Armbeuge zu niesen, sich höflich wegzudrehen, ein Taschentuch zu benutzen . Ich vermute stark, das ist nicht die Art der Form, um die es Ihnen geht?

Das verhält sich ungefähr so wie ein Gipsarm zu einem freundlichen Winken. Es sind Verhaltensweisen, die durch physikalische und chemische Notwendigkeiten diktiert sind. Die Form hingegen beruht immer auf einem „als ob“. Sie bringt eine Fiktion zur Darstellung.

Berührungen werden durch die Abstandsregeln verhindert. Nun birgt aber gerade die Berührung für Sie eine besondere Art des Erkenntnisgewinns – nämlich welchen?

Wenn uns etwas berührt – sei es ein Kunstwerk oder ein freundschaftlicher Rat –, dann immer dadurch, dass es uns zu einem Umdenken veranlasst, selbst wenn wir keine neue Information erhalten. So etwas liegt an der Form. Eine kluge Frau, die über viele Jahre mit ihrer Mutter kämpfte, weil sie ihr nichts recht machen konnte, sagte eines Tages zu ihr: „Weißt du, Mama, ich hab solche Angst, dass du mich nicht mehr lieb hast, wenn ich einmal alles richtig mache.“ Das war für die nörgelnde Mutter entwaffnend. Sie musste hellauf lachen.

Im Moment erschöpft sich die gesellschaftliche Aufgabe darin, Abstände zwischen den Subjekten zu schaffen, Berührung – man erinnere sich auch an die #metoo-Debatte – zu verhindern. Ist es auch eine gesellschaftliche Pflicht, Berührung zu ermöglichen?

Tatsächlich war Berührung gemäß den Regeln und Gepflogenheiten vor Corona oft nicht nur erlaubt, sondern sogar geboten. Man musste bestimmten Leuten die Hand geben, man musste die Braut küssen etc. Ich glaube, es ist eine entscheidende Funktion der Kultur, Menschen mit solchen Geboten zu versorgen. Sonst sind sie nämlich zurückgeworfen auf das, was sie von sich aus wollen, und das ist meist recht wenig. Viele trinken Wein nur in Gesellschaft; manche schauen Fussball nur bei public viewing; und oft geht man nur ins Kino, weil ein Freund, der alleine auch nicht hingehen würde, es einem vorschlägt. Weil Genuss meist an eine zwiespältige Sache (wie Alkohol, Sex, Muße, Zeitverschwendung, Großzügigkeit) gebunden ist, schrecken die meisten spontan davor zurück. Nur die Gebote der Geselligkeit verhelfen ihnen zu solchen außergewöhnlichen, feierlichen Erlebnissen. Man hat das Gefühl, man muss die Form wahren, und dann bestellt man in der Bar mit dem gedämpften Licht eben kein gesundes Getränk.

Der öffentliche Raum als Ort der Form ist derzeit versperrt oder nur eingeschränkt zugänglich. Stattdessen schaltet man sich in Jogginghose per Video zur Konferenz dazu, lümmelt auf dem Sofa und schaut Netflix, anstatt ins Kino zu gehen. Ist das ein radikaler Bruch – oder setzt sich hier eine Tendenz fort, die sich schon lange abzeichnet?

Eine bestimmte Privatisierung findet sicherlich statt, und sie ist nicht nur durch die Laptops oder durch Corona verursacht. Ein starker Antrieb kommt aus einer kulturellen Entwicklung: der Anti-Formalismus der Nach-1968er einerseits und die neoliberale und postmoderne Polemik gegen alles Allgemeine und Gesellschaftliche andererseits überlagern sich dabei. Die Idee zum Beispiel, dass Universitäten auch in Zukunft ohne Präsenzlehre auskommen könnten, ist ein typischer, gefährlicher Auswuchs dieser Stimmung. Diese Idee unterschlägt, dass die Universität ja auch ein sozialer Raum ist, in dem Lernen auf vielen Ebenen stattfindet, nicht nur über die Vermittlung von Information.

Herr Pfaller, letzte Frage: Könnte die Sehnsucht nach Öffentlichkeit, die durch Corona geschürt wird, der Form wieder zur Macht verhelfen?

Ich bin generell skeptisch, wenn es um die Frage geht, ob diese für viele Menschen existenzbedrohenden Monate auch etwas Positives mit sich gebracht haben könnten. Ich glaube, der Umstand, dass wir Geselligkeit brauchen – nicht nur, um glücklich, sondern auch um frei und zu kollektiver Selbstbestimmung fähig zu sein – war den meisten auch zuvor bewusst. Es wurde uns vielleicht nur schmerzlich in Erinnerung gerufen. Vielleicht aber kann die Krise in Zukunft zumindest als Schreckbild von Nutzen sein. Die Anti-Corona-Maßnahmen ähneln ja in eigentümlicher Weise dem, was auch die Postmoderne mit uns macht, wenn sie uns die Anderen nur als Belästiger, Kolonisatoren, Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken darstellt, und uns weismacht, Meinungen, die von den unseren abweichen, könnten für uns nur traumatisch sein. Wenn Leute dagegen sagen: wir müssen miteinander reden, und wir dürfen Niemandem nur wegen seiner Hautfarbe oder seines Geschlechts das Wort verbieten, dann können Sie in Zukunft vielleicht dazu sagen: Sonst ist es ja wie bei Corona.•

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