„Wir brauchen eine Politik des Lebendigen“


Die Corona-Krise bringt auch rassistische Reflexe zum Vorschein. Mal werden „die Chinesen“ stigmatisiert, mal der vermeintlich ansteckende „Andere“. Für den Philosophen Achille Mbembe sollte die Pandemie uns stattdessen dazu anregen, unsere Identität zu hinterfragen.

Das Gespräch führte Victorine de Oliveira / Übersetzung aus dem Französischen von Grit Fröhlich


Afrika scheint bislang von der Pandemie relativ verschont geblieben zu sein. Welche Maßnahmen hat man in Südafrika, wo Sie leben, ergriffen?

Die südafrikanische Regierung hat sofort die Dimension dieses Ereignisses erkannt und immer wieder betont, dass das Virus die Nationen in ihrer Existenz bedroht. Damit definierte sie die Nation also als Lebensgemeinschaft, die durch die Möglichkeit dieses Massensterbens in Gefahr ist. Die Regierung hat daher sofort einige Mechanismen eingerichtet, um die Epidemie einzudämmen und der Bedrohung etwas entgegenzusetzen. Der gesamte Staatsapparat, aber auch alle Experten aus der Wissenschaft, die Geschäftswelt, die Banken, die Zivilgesellschaft, die Universitäten und Schulen wurden mobilisiert, um eine Strategie zu entwickeln. Es wurde eine systematische Ausgangssperre angeordnet.

Wurde sie befolgt?

Ein sehr großer Teil der Bevölkerung hat dabei mitgemacht, auch wenn viele besorgt waren, wie diese Sperre in ärmeren Vierteln umgesetzt wird, wo der Kampf ums tägliche Auskommen Nähe, Austausch und Mobilität erfordert – genau das Gegenteil von Social Distancing. Von Beginn an war die Motivation, Leben zu retten, die Existenz der biologisch bedrohten südafrikanischen Nation zu retten und für die infizierten Menschen zu sorgen. Der erste Reflex war also, politisch dem Gebot des Lebens Vorrang zu geben. Doch sehr schnell tauchten andere Fragen auf. Kann man die Lebensgemeinschaft erhalten, wenn die ökonomische Grundlage fehlt? Welche Abwägungen sollte man treffen zwischen einer Marktwirtschaft und einer Politik für das Leben bzw. das Lebendige, also einer Politik der Fürsorge, einem Krisenmanagment, das Todesgefahren durch Schutzmaßnahmen einzudämmen versucht? Seit Wochen ist die Wirtschaft sozusagen außer Betrieb.

Mit welchen Folgen?

1 Million Arbeitslose mehr und enorme Verluste für die benachteiligtsten sozialen Gruppen, vor allem für jene, die vom informellen Wirtschaftssektor leben. Im Augenblick, wo wir miteinander reden, beginnt gerade eine sehr kritische Diskussion der Quarantäne-Politik, da die ärmeren Menschen vom Hunger bedroht sind. Die Regierung hat darauf reagiert, indem sie sehr schnell eine Politik zur Stärkung und Erholung der Wirtschaft auflegte. Dazu gehörte die Umwidmung sehr großer Finanzpakete für den Kampf gegen Covid-19, obwohl das Land durch die Abwertung der Ratingagenturen in einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage ist. Zurzeit dreht sich die Debatte, wie Lockerungen eingeführt werden könnten. Man wird keine Lockerungen erlassen können, wenn man in den kommenden Wochen kein großflächiges Programm für Tests auflegt. Zu diesem Zweck hat man eine Armee von Mitarbeitern des Gesundheitswesens entsandt, sie werden in Gemeinden stationiert, die unter dem Verdacht stehen, dass sie sich zu Infektionsherden entwickeln könnten. Wir treten gerade in eine neue Etappe im Kampf gegen das Virus ein, die darin besteht, die Tests in der Bevölkerung massiv auszuweiten. Südafrika ist sicherlich das am stärksten betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent, doch vorerst scheinen die Dinge unter Kontrolle zu sein. Wir bereiten uns dennoch darauf vor, dass die Situation sich schrittweise verschlechtert, wenn wir uns dem Auge des Hurrikans nähern.

Alles scheint an der Entdeckung eines Impfstoffes zu hängen, von dem zwei französische Ärzte in einer TV-Sendung kürzlich vorschlugen, ihn zuerst in Afrika zu testen. Was denken Sie, wenn Sie so etwas hören?

Ich verstehe, dass die Medizin nach dem Prinzip eines Pharmakons funktioniert, dass uns sowohl heilen als auch töten kann. Doch wenn jemand als Arzt einen solchen Vorschlag macht, zeigt sich, dass die Person, die einen solchen Gedanken formuliert, eher die Herangehensweise eines Tötenden als den eines Heilenden hat. Das ist ein Arzt, der nicht viel über die Geschichte seines Berufsstandes weiß. In der Geschichte der modernen Medizin, wie sie sich im Westen herausgebildet hat, wurden schon immer bestimmte „Rassen“ oder „Bevölkerungsschichten“ als Versuchskaninchen für den wissenschaftlichen Fortschritt genutzt.


Die grundlegende Einheit, an der wir uns von nun an orientieren müssen, ist das Lebendige


 

Eine solche Verhaltensweise ist offenbar heute noch üblich und bezeichnend dafür, wie sich unsere modernen Gesellschaften daran gewöhnt haben, ihren Tod an andere zu delegieren, die sie als minderwertig sehen, die sie für eine unbedeutende und manipulierbare Größe in der großen Ordnung der Dinge halten. Hinter solchen Vorschlägen steckt die Vorstellung, dass manche Leben mehr wert sind als andere, dass man sich des Lebens mancher Völker, mancher Gemeinschaften oder Bevölkerungsschichten einfach entledigen kann, ohne sich jemals die Frage zu stellen, in wessen Namen und warum man dies tut.

Wie beurteilen Sie das Wiederaufkommen des Rassismus seit dem Beginn der Pandemie? Sollte sie nicht vielmehr Anlass geben für die Formulierung eines neuen Universalismus?

Wenn man von der rein physiologischen und mechanischen Tatsache des Atmens ausgeht, so erkennen wir, dass wir alle im selben Boot sitzen. Dieses Virus bedroht unsere universelle Fähigkeit zu atmen, darum sind auch die Atemgeräte so wichtig. All jene Prothesen, die dem Versagen unserer Körper Abhilfe leisten, egal welche Hautfarbe oder Herkunft die Menschen haben. Nichts ist so grundlegend, nichts macht uns so gleich, wie die Tatsache, dass wir atmen. Im Akt des Atmens manifestiert sich jene radikale, ursprüngliche und grundlegende Gleichheit, die nicht nur dem Leben der Menschen inhärent ist, sondern auch dem der Pflanzen und Tiere. Alles Lebendige atmet. Die grundlegende Einheit, an der wir uns von nun an orientieren müssen, ist das Lebendige. Die Frage ist, wie man im Kontext einer Planetarisierung der Welt so etwas wie eine Politik des Lebendigen formulieren könnte und sollte, eine Politik, die den Fokus auf das legt, was wir teilen, was uns gemein ist und was wir in Zukunft als Vorbedingung für unser Weiterleben betrachten müssen. Wenn wir überdauern wollen, wenn die Menschheit bestehen will in einer Geschichte, die nicht lediglich eine gesellschaftliche, sondern auch eine technologische und geologische Dimension hat, so wird sie ihre Position innerhalb der lebendigen Welt überdenken müssen. In diese Richtung sollten meiner Meinung nach die Überlegungen angesichts der aktuellen Ereignisse gehen. Wie sich diese Politik des Lebendigen konkret übersetzen lässt, muss offen und demokratisch diskutiert und untersucht werden. Doch das ist zunächst der neue Horizont, der sich uns eröffnet. Wenn es je einen Tag danach geben wird, so wird man nicht einfach zurückkehren zu dem, was war. Man wird, so hoffe ich, gemeinsam Wege für die Zukunft schaffen, auf denen wir uns von nun an in Resonanz mit den anderen Arten denken, statt uns über sie zu stellen.

Ist diese Epidemie nicht die Rückkehr einer verdrängten Verletzlichkeit des weißen Mannes, der sich jahrzehntelang für unangreifbar hielt?

Wir erleben eine Rückkehr des Körpers, doch durch das Virus erleben wir ihn in anderer Form. Es ist nicht mehr unbedingt der Körper, den man liebt, der narzisstische Körper des Neoliberalismus, der sich in Selbstbewunderung und Zurschaustellung verliert, sondern ein Körper, dem man misstrauen muss — vor allem dem Körper der anderen, aber auch unserem eigenen Körper. Wir horchen ständig in ihn hinein und befürchten, dass er uns einen gemeinen Streich spielt. Wir interpretieren die kleinste innere Regung, das winzigste Geräusch oder Zeichen, das uns entweicht, in Form von Niesen, Fieber, Kratzen oder Husten. Der Körper, der hier in den Vordergrund rückt, ist ein zwiespältiger Körper, voller Unwägbarkeiten, potentiell tödlich, ein infizierter Körper, der der Zersetzung geweiht ist. Die Wiederentdeckung dieses zersetzbaren Körpers ist ein Schock, vor allem im Westen, wo die Bemühungen, den Körper zu virtualisieren oder ihn auf künstliche Objekte zu übertragen, bereits weit fortgeschritten waren. Die Schlussfolgerung ist, dass wir letztlich zum Körper verdammt sind — zu unserem Körper und dem der anderen. Als menschliche Gemeinschaft sind wir dazu verdammt, mit unseren Körpern eine Einheit zu bilden und so sind wir gezwungen, sterben zu lernen und unseren Tod nicht länger an andere zu delegieren. Wir müssen für jedes Leben und jeden Tod gleichermaßen Verantwortung übernehmen. Der „westliche weiße Mensch“, was immer dieser Begriff auch bedeutet, kann nicht mehr so tun, als beträfe ihn der Tod nicht. Was heißt das politisch? Das weiß ich noch nicht. Doch ich spüre deutlich, dass dies eine der Fragen ist, die uns dieser pathogene Moment stellt.


Jede Abholzung von Wäldern trägt zur Freisetzung eines Virenreservoirs bei, das uns per Boomerang-Effekt zu treffen droht


 

Während die Politik noch nicht weiß, wie sie damit umgehen soll, könnten die Religionen schnell wieder in den Vordergrund rücken, vor allem jene, in denen die Inkarnation ein Schlüsselkonzept ist…

Einen Teil der Ausgangssperre haben wir während der Osterwoche erlebt, also dem Moment, wo wir — zumindest die Christen — uns an den Leidensweg, an die Kreuzigung und Wiederauferstehung erinnern. Plötzlich wurde so spürbar und offensichtlich, wie eng Tod und Leben miteinander verbandelt sind, wie das eine das andere impliziert, wie das Lebendige untrennbar verbunden ist mit seiner unwiderruflichen Negation. Das hat mich dazu gebracht, einige theologische Texte neu zu lesen, christliche aber auch jüdische. Doch ich denke auch an all das, was uns von traditionellen afrikanischen Religionen überliefert wurde, an alle jene animistischen Diskurse, wo die Welt ein Theater voller Resonanzen und Zusammenklänge ist. Diese animistischen Religionen gehen von einer Vielzahl von Wesen mit verschiedenen Eigenschaften und Qualitäten aus, die sich alle in einem Feld entwickeln, wo Metamorphosen möglich sind, wo die Verwandlung von Menschen in Tiere, von Tieren in Pflanzen und Pflanzen in Menschen und Menschen in Mikroben durchaus vorstellbar ist. Dieser energetische Fluss ist nicht nur möglich, sondern den Erzählungen nach auch erfahrbar. Man sollte also, meiner Meinung nach, all diese Wissensspeicher der Welt wieder öffnen, um sich daraus Inspirationen zu holen. Vielleicht helfen sie uns, das Lebendige neu zusammen zu denken, nicht länger nach einer Logik, der zufolge alles kalkulierbar, quantifizierbar und codierbar ist, sondern nach einer sehr viel einfacheren und demütigeren Logik, die Raum lässt für das Unberechenbare, für alles, was keinen Preis hat und sich jeder Form von Messung entzieht. Hier spielt sich eine potentielle metaphysische Wende in der Welt ab, in Hinblick auf das, was wir zu sein glauben. Die alten Definitionen gelten nach dieser schweren Zeit nicht mehr, vorausgesetzt, dass wir sie überstehen.

Was tritt an ihre Stelle?

Die Beziehung zum Leben, zu seinem eigenen Körper, aber auch zu dem der anderen, die Vorstellung vom Tod, von Riten, die Übergänge begleiten, von Begräbnissen, ob man viel Zeit mit seinen engsten Angehörigen verbringt oder viel Zeit am Bildschirm: All das wird gerade neu definiert. Derzeit werden unsere Identitäten fast komplett neu verhandelt, das Warum unseres Lebens, vor allem das allgemeine Verhältnis unserer Menschheit zu den anderen Arten. Grund genug, den Kurs zu hinterfragen, den unsere Gesellschaften verfolgt haben und der bis heute vom Imperativ des Kalküls, der Quantifizierung und des Profits beherrscht war.

In Ihrem neusten Buch „Brutalisme“ (Édition La Découverte, 2020) beschäftigen Sie sich mit dem Konzept des Brutalismus. Inwiefern ist er Ihrer Meinung nach verantwortlich für die Covid-19-Pandemie?

Es ist ein Begriff, der im 20. Jahrhundert entstand und den ich der Architektur entlehne. Drei Dinge stehen im Zentrum dieses Konzepts. Zunächst die Verwendung eines als unvergänglich betrachteten Materials — Beton — von dem man meint, dass es Formen eine unbefristete Zeitlichkeit verleiht. Zweitens die Erfahrung, durchbohrt, getrieben, zerrissen, zu sein, ich würde sogar von einer Erfahrung der „Zerstörung“ sprechen. Man stellt etwas Unvergängliches her, indem man eine rohe Gewalt benutzt, die die Dinge zertrümmert, um sie in einer Masse wieder zusammenzusetzen, die ewig währt. Ich habe versucht, den Brutalismus neu zu interpretieren vor dem Hintergrund der Form des Kapitalismus, die gegenwärtig unser Leben regiert. Die beiden Dynamiken, die ich beschrieben habe, sind auch dem Kapitalismus eigen. Er überträgt sie auf dreierlei Weise: technologisch bzw. computergestützt, das ist die komplett abstrakte algorithmische Dimension; auf neurologische Weise, insofern die Brutalisierung sich des Nervensystems bemächtigt, ja sogar des Gehirns, das man versucht, zu rekonstruieren oder neu zu modellieren. Und er überträgt sich auf psychosomatische Weise, bemächtigt sich der Körper aus Fleisch und Blut, manipuliert deren Wünsche und Gefühle. Diese Körper werden eingesperrt an Verbannungsorten, in Lagern oder Gefängnissen zusammengepfercht, man lässt sie an Grenzen sterben oder entnimmt ihnen Blut oder Zellen für Profitzwecke. In meinem Buch vergaß ich eine vierte Verbreitungsweise des Kapitalismus: die Übertragung durch Krankheiten. Doch ich glaube, das Konzept des Brutalismus lässt sich auch auf die virale Dimension anwenden, in der wir uns nun plötzlich befinden und die symptomatisch ist für unsere Beziehung zur Biosphäre. So trägt beispielsweise jede Abholzung von Wäldern zur Freisetzung eines Virenreservoirs bei, das uns per Boomerang-Effekt zu treffen droht. Dies geschieht vor allem im Kongobecken, das die zweite Lunge unseres Planeten ist. Die Entwaldung schreitet dort voran durch die Verscherbelung von Land für Ackerbau, das Versprühen von Insektiziden, Bohrungen nach Bodenschätzen, sowohl an Land als auch am Meeresboden. All dies wird ungeahnte Kräfte freisetzen, mit denen unser Leben auszuhandeln sein wird. Wie? Das ist die Frage. •

Erstveröffentlicht am 11.05.2020

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