„Vertrauen braucht Optionen“


Die Corona-Krise schafft eine Ausnahmesituation, die unser Vertrauen auf eine harte Probe stellt. Doch gerade deshalb sei gegenüber der Politik auch ein gesundes Misstrauen nötig, meint der Philosoph Martin Hartmann im Interview.

Die Fragen stellte Vivian Knopf


In Ihrem Buch zitieren Sie den Soziologen Niklas Luhmann, demzufolge wir ohne Vertrauen morgens gar nicht erst das Bett verlassen würden. Aktuell ist aber nicht einmal der Gang vor die eigene Haustür noch sicher und die Zukunft ungewiss – gerät damit unser Grundvertrauen ins Wanken?

Ich habe Luhmann nicht zitiert, weil ich seiner Meinung bin. Im Gegenteil, mir schien dieser sehr breite Begriff des Vertrauens wenig hilfreich zu sein für unseren normalen Alltag. Wir denken in normalen Zeiten ja gar nicht darüber nach, ob wir morgens aufstehen oder nicht, wir tun es einfach. Das kann man Vertrauen oder sogar Weltvertrauen nennen, aber dann kann man auch sagen, dass wir vertrauen, wenn wir auf die Straße gehen, Auto fahren, einkaufen gehen. So vermehrt man den Vertrauensbegriff und schafft das, was ich die Fülle des Vertrauens nenne. Letztlich tun wir dann alles, was wir tun, weil wir vertrauen.

Wie kann man sich dem Phänomen des Vertrauens dann besser nähern?

Mit dem, was ich eine vertrauensspezifische Verletzlichkeit nenne. Auch im Bett kann mir die Decke auf den Kopf fallen, der Boden nachgeben oder die Wand neben mir einstürzen, wir sind nun mal in vielen Hinsichten verletzlich. Aber nicht alle davon haben mit unserem Vertrauen zu tun, manche einfach mit der Tatsache, dass wir einen Körper haben und in der Welt sind. Interessanter finde ich eine Verletzlichkeit, die wirklich mit Vertrauen zu tun hat. Ich vertraue Dir etwas Wertvolles an und mache mich dadurch verletzlich. Luhmanns Schilderung schien mir also nur auf Ausnahmesituationen zuzutreffen, etwa, wenn wir in einem Erdbebengebiet leben und uns wirklich um die Stabilität unseres Gebäudes sorgen müssen. Und dann kam Corona. Plötzlich leben wir tatsächlich in der permanenten Ausnahme, plötzlich wird jeder andere gefährlich für uns, es ist wie ein fortlaufendes soziales Erdbeben. Nun müssen wir überlegen, was wir tun, müssen Distanzen und soziale Selbstverständlichkeiten befragen. Es öffnen sich damit auch neue Verletzlichkeiten und viele davon haben mit Vertrauen zu tun: „Wen hast Du neben mir getroffen?“, „Wo warst Du gestern?“, „Hast Du Dir die Hände gewaschen?“

Unser Weltvertrauen ist also erschüttert?

Ja, weil nun Gefahren spürbar werden, die uns vorher nicht sehr wahrscheinlich vorkamen. Man wäre vorher nicht an jemandem vorbeigegangen und hätte sich überhaupt überlegt: „Der trägt keinen Virus in sich, hier kann ich ruhig vorbeigehen.“ Niemand hat diese Gefahr so reflektiert, sie war nichts, was wir aktiv ausblenden mussten. Das ist das pervers Kreative an unerwarteten Katastrophen. Nun müssen wir Vertrauen täglich neu aushandeln, müssen gleichsam eine im körperlichen Verhalten verankerte Sprache erfinden, die uns hilft, den Alltag wieder einigermaßen lebbar zu machen. Und all das in äußerst verkürzter Zeit. Wie unsinnig ist Hartmut Rosas Behauptung, wir würden gerade eine erzwungene Entschleunigung erleben! Normalerweise braucht Vertrauen Zeit, aber die haben wir nicht, das ist das echte Drama.  Jetzt müssen wir uns an Regeln halten, jetzt werden Räume und Abstände für uns definiert und gegliedert. Vielleicht gibt uns das Vertrauen, aber es wird sicher nicht das gleiche Vertrauen sein wie das, das wir kannten. Das Vertrauen ist in gewisser Weise unfreier geworden.


Das Vertrauen, das wir jetzt schenken, sollte begleitet sein von einem Misstrauen, das besagt: Nicht nur wir müssen Euch vertrauen, Ihr müsst auch uns vertrauen


 

Einerseits zeigt sich deutlich, wie unvorbereitet viele Regierungen die Epidemie trifft, andererseits wächst das Vertrauen in die Exekutive: Ob Angela Merkel, Donald Trump oder Emmanuel Macron, ihre Beliebtheitswerte steigen. Wie lässt sich das erklären?

Ich halte nicht viel von Umfragen, denn sie ändern sich schnell. Ich glaube dennoch, dass wir momentan eine ungeheure Erfahrbarkeit von Politik erleben. Vorher dachte man immer, die sind in Berlin, Paris, Washington und haben mit uns nichts zu tun. Nun aber tagt ein Ausschuss und am nächsten Tag ist die Welt eine andere. So haben wir Politik lange nicht erlebt, so unmittelbar spürbar und einflussreich. Und wieder: so unfassbar schnell. Beim Klimawandel ging doch alles zu langsam und dann das, über Nacht werden weitreichende Entscheidungen getroffen. Vertrauen, das nicht blind ist, braucht Erfahrbarkeit, die es ermöglicht, andere auf ihre Vertrauenswürdigkeit hin zu beurteilen. Das geht momentan viel leichter. Dass dann die Regierungen davon profitieren, scheint ein psychologisches Phänomen zu sein. Aber das kann eben auch schnell kippen: wenn die Kontaktsperren zu lange dauern oder man doch den Eindruck bekommt, Corona diene als Vorwand für langfristige Einschränkungen der Freiheit, dann könnte das alte Misstrauen wieder aus dem Keller kriechen.

Inwiefern?

Man muss sich nur klarmachen, was gerade passiert. Fundamentale Grundfreiheiten werden uns entzogen, weshalb wir extrem misstrauisch sein müssen, denn es geht ja um elementar Wichtiges. Das mag jetzt wie ein Widerspruch klingen, aber Vertrauen und Misstrauen liegen für mich auf einem Kontinuum und schließen sich nicht aus. Wir müssen Vertrauen viel zeitlicher und dynamischer denken, das ist das Problem mit den Umfragen, die nur einen begrenzten und isolierten Zeitpunkt messen. Das Vertrauen, das wir jetzt schenken, sollte begleitet sein von einem Misstrauen, das besagt: Nicht nur wir müssen Euch vertrauen, Ihr müsst auch uns vertrauen. Wir leben in einer Demokratie, in der wir uns über Euch selbst regieren. Je drastischer die Maßnahmen werden, desto weniger Vertrauen in uns scheint vorzuliegen. Das sollten wir nicht hinnehmen, das meine ich mit Misstrauen. Wir müssen mitbeteiligt werden an den Fragen, die jetzt auf uns zukommen, alles andere wäre gefährlich und würde das Gefühl der staatlich befeuerten Entmündigung des Souveräns wiederaufkommen lassen.

Vor allem in autoritär regierten Ländern herrscht indes auch die Angst vor einer Verharmlosung der Pandemie. Im Iran glauben etwa viele Bürger, der Coronavirus-Beauftragte Iradsch Harirtschi hätte seine Covid-19-Erkrankung nur medienwirksam vorgetäuscht, um durch eine schnelle Genesung die Überforderung der Regierung zu verschleiern. Wie gefährlich kann bereits bestehendes Misstrauen jetzt werden?

Die Politik leidet in vielen politischen Regimen unter niedrigen Vertrauenswerten. Misstrauen ist dabei natürlich nicht per se schlecht, allemal dann nicht, wenn es um Macht geht. Aber es kann nicht grenzenlos sein, weswegen man manchmal ein Vertrauen in die Rahmeninstitutionen der Demokratie von einem Vertrauen in konkrete politische Akteure oder Parteien unterscheidet. Ich muss nicht allen Parteien und Politikern vertrauen, aber ich brauche die Zuversicht, dass Meinungsverschiedenheiten unter Berücksichtigung möglichst vieler Perspektiven ausgetragen werden. Das ist dann eine Frage der Prozeduren und Verfahren, aber auch der allgemeinen politischen Kultur. Wir wissen, dass diese Rahmeninstitutionen in der Regel höhere Vertrauenswerte haben als die konkreten Personen und Parteien. Das Bundesverfassungsgericht etwa genießt hohes Vertrauen, ebenso die Feuerwehr. Das zeigt: Offenbar fällt es uns leichter, Institutionen zu vertrauen, die in erkennbarer Weise dem Gemeinwohl zuträglich sind und nicht Einzelinteressen bedienen. Was die Corona-Krise nun bedeutsam macht, ist die Tatsache, dass viele der getroffenen Maßnahmen fundamentale Grundrechte betreffen. Der Rahmen ist angegriffen, es geht nicht nur um parteipolitische Einzelauseinandersetzungen. Wird der Rahmen mit großem Misstrauen infiziert, dann müssen wir sicherlich aufpassen. Etwas anderes ist das Übertünchen eigener Verfehlungen und das Verleugnen eigener Inkompetenz.


Die Illusion der Handlungsfähigkeit kann wichtig sein, um politisch zu überleben


 

Wie beeinflusst das unser Vertrauen?

Aus Sicht der Vertrauensforschung ist das ein interessantes Phänomen. Man könnte sagen: Vertrauen sucht Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit. Dazu müsste dann auch gehören, dass wir jetzt von der Politik erwarten, offen ihre eigene Unsicherheit zu kommunizieren, vielleicht auch offen die Fehler einzuräumen, die zweifellos begangen wurden. Andererseits richtet sich Vertrauen auch auf vermutete Kompetenz und sucht Teilsicherheiten im großen Raum der Unsicherheit. Könnte es also sein, dass es manchmal hilft, nicht die ganze Wahrheit zu erfahren? Damit will ich nicht verteidigen, was im Iran passiert oder was Trump macht. Diese Lügen oder Täuschungsmanöver sind skandalös, weil sie Menschenleben gefährden. Aber warum erklärt Hannah Arendt in „Wahrheit und Lüge in der Politik“, Wahrhaftigkeit hätte nie zu den politischen Tugenden gezählt? Sie behauptet das, weil, wie sie schreibt, das „einfache Sagen dessen, was ist, zu keinem wie immer gearteten Handeln von sich aus führt.“ Politik aber will Handeln, will Dinge verändern. Der Lügner macht sich das zunutze, er nimmt sich die Freiheit, die Tatsachen zu leugnen, und gewinnt damit Spielräume des Handelns, die er sonst vielleicht nicht hätte. Die Orientierung an Wahrheit und Wahrhaftigkeit ist für die Vertrauensbildung also eine wichtige Ressource, aber eben nicht die einzige. Sagen wir etwa einem Todkranken, dass er todkrank ist? Hierüber kann man zumindest streiten. Urteilskraft impliziert die Kompetenz, nicht alles zu sagen, was man weiß. Und wohl auch nicht immer zu sagen, was man nicht weiß. Die Illusion der Handlungsfähigkeit kann wichtig sein, um politisch zu überleben. Deswegen lügen Politiker oft. Nicht weil sie bösartig oder wesensmäßig verlogen sind, sondern weil sie im Angesicht komplexer Tatsachen die Illusion der Handlungsfähigkeit aufrechterhalten wollen. Das kann — ich bin hier vorsichtig — für Vertrauen förderlich sein. Eine Grenze ist hingegen erreicht, wenn jemand seine Lügen so erfolgreich in der Welt verbreitet, dass die Realität gar nicht mehr bearbeitet werden kann. Wer so tut, als wäre Corona harmlos, dann aber feststellen muss, dass Tausende sterben, macht sich durch seine Lüge handlungsunfähig und verliert das Spiel, das er selbst eröffnet hat.

Welche langfristigen Folgen hat diese Krise für das Vertrauen der Gesellschaft in die Politik?

Das ist schwer zu sagen. Corona könnte uns passiv machen. Nach dem Motto: Hauptsache wir können irgendwann wieder normal leben und unserem Alltag nachgehen. Es könnte aber auch neues Vertrauen generieren, weil nun nicht nur Banken gerettet werden. Es könnte uns sogar aktiv machen, weil wir Politik wieder gespürt haben. In jedem Fall ist es aber eine Illusion, dass es alle gleichermaßen trifft. In den USA ist das offensichtlich, wo deutlich mehr ärmere als wohlhabende Menschen sterben. Wir suchen immer in bester humanistischer Hinsicht nach einem allgemeinen Schicksal, das uns alle vereint. Aber das gibt es nicht. Einige von uns haben eine gute Gesundheitsvorsorge, andere nicht. Einige leben auf der Straße, andere nicht. Einige haben Kinder, die helfen, andere nicht. Einige müssen arbeiten, andere nicht. Diese Ungleichheiten zu thematisieren, wird wichtig sein. Nicht nur Austerität tötet, auch Ungleichheit tötet. Wir werden darauf zurückkommen müssen, denn wir reden zu oft unterschiedslos von dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.


Corona macht Vertrauen auf eigentümliche Weise relevant, weil Vertrauen eine Haltung ist, die Unsicherheit zulässt


 

Täglich erscheinen neue Studien, die Lage muss immer wieder neu eingeschätzt, Prognosen revidiert werden. Wie lässt sich in so einer angespannten Situation vermeiden, dass Verunsicherung und Misstrauen zunehmen?

Gar nicht. Aber aus Verunsicherung muss nicht Misstrauen folgen. Vertrauen geht mit Unsicherheit einher. Wenn ich vertraue, habe ich keine Garantien für das Handeln des anderen. Vertrauen hält diese Unsicherheit aus, weil es das will. Deswegen schreibe ich in meinem Buch, dass viele Angst vor Vertrauen haben. Sie fürchten die Verletzlichkeit, die mit Vertrauen einhergeht. Corona ist ein Riesenschock für unseren Kontrollwahn. Es macht Vertrauen auf eigentümliche Weise relevant, weil Vertrauen eine Haltung ist, die Unsicherheit zulässt. Das ist das eine. Das andere ist die Geschwindigkeit der Nachrichten: Jeder wird am Ende für sich entscheiden müssen, was er für richtig hält und was nicht. Das wird sich kaum vermeiden lassen, da wir offenbar immer noch sehr wenig wissen über die Krankheit. Deswegen sind wir überfordert und halten uns an Gesichter und Personen, das ist verständlich. Aber man weiß ja auch, dass Expertise nötig ist, um gute Experten angemessen zu identifizieren, das ist wie ein Zirkel, aus dem wir nicht rauskommen. So bleiben wir unsicher und wissen nicht, wem wir unser Vertrauen schenken sollen.

Auch im eigenen Umfeld wird das Vertrauen auf die Probe gestellt: Ich muss mich darauf verlassen, dass andere die Abstandregelungen und Hygienemaßnahmen einhalten, Erkrankte sich in Quarantäne begeben. Haben wir gerade überhaupt eine andere Wahl, als unseren Mitmenschen zu vertrauen?

Ja, haben wir. Wir müssen ihnen nicht vertrauen und können nachfragen oder skeptisch bleiben. Zum einen bedeutet die Krise der Gegenwart, dass nun Dinge zur Disposition stehen, über die wir vorher nicht viel nachgedacht haben. Wir können nun panikartig beiseite springen, wenn jemand uns zu nahekommt oder die Hände vor das Gesicht halten und ihm signalisieren, er möge weiter weg gehen. Zum anderen ist Vertrauenmüssen keine gute Basis für Vertrauen. Wenn wir keine Wahl haben, sollten wir gar nicht von Vertrauen reden. Vertrauen braucht Optionen. Die Systemtheorie suggeriert in manchen Varianten, dass Vertrauen kommt, wenn wir es brauchen oder weil wir es brauchen. Aber woher sollte es kommen? Vertrauen wächst nicht einfach nach, wenn es verbraucht ist. Nein, so funktioniert das nicht. Es hat seine eigene Zeitlichkeit. Nur weil ich Liebe brauche, kommt ja auch die Liebe nicht zu mir und sagt „Hallo, da bin ich.“ Also gilt, dass wir wohl Vertrauen brauchen könnten zurzeit, aber die Bedingungen dafür nicht gerade günstig sind. Nicht nur, weil wir vorher schon nicht wirklich offen waren, sondern auch, weil die Corona-Situation viel zu viele Unsicherheiten enthält, die kaum verlässliche Maßstäbe für Vertrauen liefern. •

Erstveröffentlicht am 28.04.2020

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