Netzlese: Denkanstoß #5

Illustration: © Nicolas Mahler


◉ Arno Widmann rekapituliert in der Berliner Zeitung einen jüngst in einem Sammelband erschienenen Essay von Jürgen Habermas, in dem sich der Philosoph mit der Kraft des Lesens auseinandersetzt. Nach Habermas lesen wir nämlich nicht einfach, um Informationen aufzunehmen, sondern „um wenigstens manchmal einige Zipfel jener vorsprachlich präsenten Erfahrungen, aus denen wir intuitiv leben und mit denen wir dahinleben, als solche zu ergreifen und uns anschaulich vor Augen zu führen. Ob sie nun schön sind oder schrecklich.“

◉ In der jüngst aufgekommenen Rassismus-Debatte um Immanuel Kant stellt Micha Brumlik in der taz fest: Der Königsberger Philosoph pflegte zwar rassistische Vorurteile, glaubte aber nicht an angeborene und unveränderliche „Rasseeigenschaften“ und offenbarte sich zudem als Gegner von Leibeigenschaft, Sklaverei und Kolonialismus.