Michel Foucault. Der Wille zur Wahrheit

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Wahnsinn, Gefängnis, Sex – die Themen, die sich Michel Foucault vornahm, sie kamen nicht aus dem Zentrum des philosophischen Kanons. Und doch zielte Foucault mit seinen historischen Untersuchungen über Randständiges ins Herz der Philosophie, denn seine Fragen gingen aufs große Ganze: Wie haben sich unser Denken, unsere Methoden der Wissenschaft, unsere Vorstellung von Vernunft, Wahrheit, Normalität oder persönlicher Identität überhaupt entwickelt, was ist ihre Geschichte?

Wer die Gegenwart so radikal ins Licht ihrer Entstehungsgeschichte stellt, der öffnet auch die Möglichkeit, über politische Veränderungen nachzudenken. Kein Zufall, dass Foucault, selbst sein Lebtag ein politisch engagierter Intellektueller, nicht nur auf Generationen von Akademikern sondern auch auf breite Kreise von Künstlern und Aktivisten außerhalb der Universität Einfluss ausgeübt hat.

Mit zahlreichen Originaltexten und Beiträgen u.a. von Ulrich Raulff, Petra Gehring, Martin Saar, Philipp Sarasin und Wilhelm Schmid.


Themen der Sonderausgabe:



iguala
„Er mochte die Energie der jungen Leute“

In Deutschland setzte die Foucault-Begeisterung schon früh ein und machte ihn für die Generation der Post-68er zu einer intellektuellen Leitfigur. Ulrich Raulff erinnert sich an frühe Begegnungen und erzählt von der persönlichen Faszinationskraft des Denkers.

Foto: Jean Pierre FOUCHET/RAPHO/Gamma-Rapho via Getty Images


iguala
Sein liebster Feind

Zwischen Jean-Paul Sartre und Michel Foucault lagen viele philosophische Differenzen. In den 1960er-Jahren wurde Sartre und sein Existenzialismus für Foucault zum heimlichen Antipoden. Nur in der politischen Aktion fanden die beiden momentweise zueinander, wie Andrea Roedig zeigt.

Foto: Gérard Aimé/Gamma-Rapho via Getty Images


Im Auge der Macht

Foucaults politisches Engagement für Gefängnisreformen führt ihn zur Analyse von Macht, die nicht zwingend Machthaber oder Unterdrückte kennen muss. Was diesen Machtbegriff auch für die Beschreibung der Gegenwart fruchtbar macht, erklärt Petra Gehring im Interview.

Foto: Marina Weigl


„Die Lebenskunst ist politisch“

Der Philosoph Wilhelm Schmid hat die Idee einer „Lebenskunst“ ins Zentrum seines Denkens und Schreibens gestellt. Im Gespräch erzählt er, wie sehr er dabei von Foucault inspiriert ist. Auch hinsichtlich der Überzeugung, dass die individuelle Lebenskunst immer auch eine politische ist.

Foto: Peter Rigaud


kierkegaard
Die Lust der Kirchenväter

Es ist eines der spektakulärsten philosophischen Publikationsereignisse der letzten Jahre: Der vierte Teil von „Sexualität und Wahrheit“ wird nun unter dem Titel „Die Geständnisse des Fleisches“ endlich veröffentlicht. Martin Saar, Professor für Sozialphilosophie in Frankfurt am Main, führt in den Band ein.

Cover: Suhrkamp

kierkegaard
„Postfaktisch ist die falsche Diagnose“

Die Menschen wissen nicht mehr, wem oder was sie noch glauben können. Hat die Wahrheit ein für alle Mal ausgedient? Sind postmoderne Denker wie Michel Foucault gar schuld an der Relativierung von Wahrheit? Warum das ein Trugschluss ist, erklärt Frieder Vogelmann.

Foto : © Pixabay Lizenz Pixabay


  • Editorial
  • Denkerinnen und Denker
  • Foucault und seine Zeit
    Chronologie
  • Vom Leben zur Theorie
    Martin Duru
  • „Er mochte die Energie der jungen Leute“
    Gespräch mit Ulrich Raulff

IM ARCHIV DES WISSENS

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  • Zitate
  • „Die Ordnung der Dinge“
    Das Ende der großen Erzählungen
    Martin Duru
  • „Die Archäologie ist ein großes Sezierbesteck“
    Gespräch mit 
    Ulrich Johannes Schneider
  • Der Mensch verschwindet
    Michel Foucault
  • Blick aus dem Spiegel
    Apolline Guillou und
    Vincent Pascal
  • Aufgewühlter Boden
    Gilles Deleuze
  • Vergesst Sartre!
    Andrea Roedig
  • Mein liebster Feind
    Jean-Paul Sartre und Michel Foucault
  • Der Wahnsinn geht ins Exil
    Michel Foucault

IM AUGE DER MACHT

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  • Zitate
  • „Überwachen und Strafen“
    In der Disziplinargesellschaft
    Martin Duru
  • Das ideale Gefängnis
    Michel Foucault
  • Überwachung überall
    Michel Foucault
  • „Unsere Machtspielräume werden enger“
    Gespräch mit Petra Gehring
  • Das Gesetz des Marktes
    Nils Markwardt
  • „Die Herrschaft der Algorithmen ist ziellos“
    Gespräch mit Antoinette Rouvroy
  • Mehr als Sonne und Strand
    Sarhan Dhouib

JENSEITS DES BEGEHRENS

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  • Zitate
  • „Der Wille zum Wissen“
    Schluss mit Sex
    Martin Duru
  • Machen sie sich frei?
    Michel Foucault
  • Feminismus mit Foucault
    Catherine Newmark
  • Verkleidung der Natur
    Michel Foucault

DAS LEBEN ALS KUNSTWERK

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  • Zitate
  • LSD am Zabriskie Point
    Gespräch mit Simeon Wade
  • „Der Gebrauch der Lüste“ und „Die Sorge um sich“
    Zu sich kommen

    Martin Duru
  • Für sich sorgen
    Michel Foucault
  • „Die Lebenskunst ist politisch“
    Gespräch mit Wilhelm Schmid
  • Die Lust der Kirchenväter
    Martin Saar
  • Böses machen
    Michel Foucault

DIE WAHRHEIT SAGEN

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  • Zitate
  • „Es bräuchte härtere Mittel als Worte“
    Gespräch mit Mirjam Schaub
  • Das eigene Leben riskieren
    Michel Foucault
  • Foucault im Strobo
    Dominik Erhard und Josefine Berkholz
  • Fundamentaler Wandel
    Philipp Sarasin
  • Wahrheitspolitik
    Michel Foucault
  • „Postfaktisch ist die falsch Diagnose“
    Gespräch mit Frieder Vogelmann