Die Macht des vorpolitischen Raums



Stadions und Clubs sind wegen der Pandemie geschlossen, Bars und Kneipen dürfen sich oft nur halb füllen. Gerade dadurch wird uns klar, wie wichtig sie für eine Gesellschaft sind. Ja, mehr noch: Sie sind entscheidend für die demokratische Debattenkultur.

Essay von Nils Markwardt


Fußballstadien: immer noch gesperrt. Partys: nach wie vor abgesagt. Kneipen: waren über Monate geschlossen. Die Einschränkungen, die als notwendige Reaktion auf die Coronapandemie erlassen wurden, leg(t)en auch und vor allem jene Bereiche des alltäglichen Lebens lahm, in denen eine Gesellschaft normalerweise ins Gespräch mit sich selbst kommt. Also Orte, wo Menschen sich freiwillig begegnen, um en passant den informellen Diskurs der Demokratie zu betreiben: sich austauschen, streiten, gemeinsame Wertvorstellungen pflegen. Man kann diese Orte – die Fankurve, den Stammtisch, die private Feier – unter dem Begriff des vorpolitischen Raums zusammenfassen. Und wie wichtig eben dieser für eine pluralistische Gesellschaft ist, wird nun gerade dadurch deutlich, dass er durch die Pandemie seine buchstäbliche Selbstverständlichkeit verloren hat. Das macht es jedoch umso wichtiger, diesen analytisch oft vernachlässigten Teil des demokratischen Diskurses einmal genauer in den Blick zu nehmen. Denn auch ganz unabhängig von der Coronapandemie gilt: Nur wer die immense Bedeutung des vorpolitischen Raums erkennt, kann ganz begreifen, wie langfristig machtpolitische Mehrheiten errungen werden. Und warum Rechtspopulisten es so gut verstehen, bestimmte Bevölkerungsgruppen für sich zu gewinnen.


Für den Kampf konkurrierender Ideen in einer Demokratie ist der informelle Diskurs unverzichtbar


 

Mit dem Begriff des vorpolitischen Raums lassen sich zunächst all jene gesellschaftlichen Bereiche umschreiben, in denen es zwar nicht ausschließlich und hauptsächlich um Politik geht, beiläufig aber dennoch politische Fragen verhandelt oder zumindest politisch relevante Wertvorstellungen vermittelt werden. Im Gegensatz zum politischen Raum, der etwa Parlamente, Parteien, Talkshows oder soziale Bewegungen umfasst, offenbart sich der vorpolitische Raum also immer dort, wo Menschen zunächst aus eher unpolitischen, hobbymäßigen Motiven zusammenkommen, sich nebenbei aber auch über die Probleme im Gesundheitssektor, den Sinn des Mietendeckels oder die Grenzen der Meinungsfreiheit austauschen.

Folgenreiche Verschiebung

Dadurch ist der Begriff des vorpolitischen Raums natürlich per se unscharf. Potenziell lässt er sich nämlich in fast jeder privaten oder zivilgesellschaftlichen Zusammenkunft finden, vom Schützenverein über die Betriebssportgruppe bis zur Geburtstagsparty. Manche davon mögen auch völlig apolitisch sein, die meisten hingegen insofern vorpolitisch, als dass man dort beim Bier ebenso über die Folgen des Klimawandels, die Migrationspolitik oder die Gefahr des Rechtsterrorismus diskutiert. Auch wenn der Begriff des vorpolitischen Raums also strukturell schwammig ist, erscheint er für das Verständnis demokratischer Diskurse sowie den darin eingebetteten Kämpfen um die Vorherrschaft bestimmter Ideen und Meinungen unverzichtbar. Das zeigt sich auch ganz konkret: Nur mit ihm lässt sich etwa die weltweite Renaissance rechtsextremer Kräfte sowie der parallele Niedergang linker Parteien vollständig verstehen. Beides hängt nämlich mit einer grundsätzlichen Verschiebung vorpolitischer Räume zusammen. Klären wir zunächst noch genauer, warum vorpolitische Räume für das Verständnis von politischer Herrschaft so wichtig sind. Und das führt zunächst zu einem Denker, der zu Lebzeiten zwar kein einziges Buch veröffentlichte, heute jedoch als einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts gilt. Die Rede ist von Antonio Gramsci. Der italienische Intellektuelle, der 1891 in ärmliche Verhältnisse im bäuerlich geprägten Sardinien geboren wurde und 1924 zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens aufstieg, nahm wie niemand zuvor den vorpolitischen Raum analytisch ins Visier. Gramsci, der dank eines Stipendiums Literaturwissenschaften in Turin studierte, sich aber auch stets weiter in der Arbeiterbildung engagierte, verabschiedete sich nämlich von jenem orthodoxen Marxismus seiner Zeit, wonach die geschichtliche Entwicklung deterministisch verlaufe, sodass die kommende Revolution als geradezu naturwissenschaftliche Folge der ökonomischen Zuspitzung von Klassengegensätzen erschien. Im Kontrast dazu entwickelte er in seinen posthum veröffentlichten „Gefängnisheften“, die er zwischen 1929 und 1935 verfasste, nachdem er von Mussolinis Faschisten interniert wurde, einen theoretischen Begriff, der bis heute aufs Engste mit ihm verbunden ist: kulturelle Hegemonie. Gramsci bringt damit auf den Punkt, dass sich die Änderung gesellschaftlicher Machtverhältnisse keineswegs im historisch vorherbestimmten Hauruckverfahren vollziehe, sondern einer langen Vorbereitung im Kampf konkurrierender Ideen bedarf. Denn „eine gesellschaftliche Gruppe kann und muss sogar führend sein, bevor sie die Regierungsmacht erobert“. Historisch zeigte sich das für ihn etwa am Aufstieg der Bourgeoisie im Zuge der kapitalistischen Moderne.

Gramscis Vision

So wurde die machtpolitische Verschiebung von der Aristokratie zum Bürgertum einerseits durch den Prestigegewinn jener bürgerlichen Kultur vorbereitet, wie sie in Salons, Clubs oder Kaffeehäusern exemplarisch zelebriert wurde. Zum anderen gewann die Herrschaft der bürgerlich-kapitalistischen Ordnung durch Zeitschriften, Schulen, Kirchen oder das Vereinswesen aber auch zunehmend die Zustimmung der Beherrschten, also etwa der Bauern, Arbeiter und Angestellten. Für Gramsci war deshalb klar, dass der Weg seiner kommunistischen Partei an die Macht – zumindest in Westeuropa – nur dann gelingen kann, wenn sie zuvor bereits die hearts and minds auf zivilgesellschaftlicher Ebene gewonnen hat. Unter Letzterem, so bemerken Thomas Barfuss und Peter Jehle in ihrer Gramsci-Monografie, verstand der italienische Denker „ein der formellen Politik vorgelagertes Feld des Vergesellschaftungshandelns, auf dem sich Überzeugungen, Gewohnheiten, Anhängerschaften bilden“. Gramsci, der die bäuerliche, stark religiös geprägte Kultur Sardiniens sehr gut kannte, war sich dabei aber stets bewusst, dass diese kulturelle Hegemonie nicht nur mit abstrakt-theoretischen Ansprachen erreicht werden kann, sondern dass politische Ideen anschlussfähig an die alltäglichen Erfahrungen von Bürgern sein müssen.


Werden politische Inhalte im Freizeitrahmen, unter privat Verbundenen kommuniziert, haben sie meist einen größeren Resonanzboden


 

Gerade bei jenen Menschen, die sich wenig mit Politik beschäftigen, gibt es laut Gramsci nämlich einen senso comune, einen Alltagsverstand, der „eine chaotische Ansammlung disparater Auffassungen“ bilde, in der „sich alles finden [lässt], was man will“. Doch gerade weil dieser Alltagsverstand so disparat ist, enthalte er neben religiösen und reaktionären Ideen zumindest implizit auch schon immer den buon senso, also einen, so die gängige Übersetzung, „gesunden Menschenverstand“. Mit Letzterem meint Gramsci jedoch etwas anderes als jene Populisten, die damit heute an den Stammtischen hausieren gehen, um eine vermeintliche Vernunft der „Volksseele“ zu propagieren, die lediglich das rhetorische Mäntelchen der eigenen Ressentiments darstellt. Der buon senso ist hingegen noch nichts Fertiges, auf das man sich populistisch berufen könnte, sondern vielmehr eine Art progressiver Potenzialität, beispielsweise ein amorphes Grundgefühl von Solidarität, das es politisch zu fördern und stärken gelte.

Nötige Stärkung

Und diese Stärkung, so könnte man in Anschluss an Gramsci sagen, vermag im vorpolitischen Raum aus drei Gründen besonders gut zu gelingen. Zum einen, weil sie eben en passant passiert, politische Inhalte also beiläufig, eingebettet in einen freizeitlichen Rahmen kommuniziert werden. Zweitens, weil diese politischen Inhalte dabei mit persönlichen Erfahrungen verknüpft werden und somit besonders lebensnah erscheinen. Und drittens, weil im vorpolitischen Raum auch Vertrauens- und Vorbildfunktionen zum Tragen kommen. Wenn jemand am Stammtisch oder im Lesezirkel eine politische Meinung äußert, fällt diese bei den Anwesenden schon deshalb auf einen tendenziell größeren Resonanzboden, weil man dieser Person aufgrund der privaten Verbundenheit grundsätzlich vertraut oder sie gar als Autorität begreift. Ging es Gramsci mit dem Konzept der kulturellen Hegemonie zuvorderst um eine Strategie der Kommunistischen Partei, wonach diese die ideologische Dominanz von Katholizismus und Kapitalismus auf zivilgesellschaftlichem Feld untergraben sollte, um den Sieg der Arbeiterklasse vorzubereiten, ist die kulturelle Hegemonie als solche aber freilich nicht an spezifische Inhalte gebunden. Aus heutiger Sicht beschreibt sie zunächst einmal „nur“ das grundsätzliche Phänomen, dass politische Überzeugungen buchstäblich dann gesellschaftsfähig werden, wenn sie sich im vorpolitischen Raum verbreiten und dort dann fortlaufend reproduziert werden – sodass sie sich irgendwann auch im Wahlverhalten niederschlagen. Nur kann das aber eben in allen politischen Richtungen und Größenordnungen stattfinden.

Neue Offenheit

Waren vorpolitische Räume wie Cafés und Salons mitentscheidend für die Ausbreitung der bürgerlichen Demokratie, hat sich wiederum ein größeres ökologisches Bewusstsein in den letzten Jahren auch dadurch durchgesetzt, dass es im privaten Rahmen, etwa durch Anwesenheit von Vegetariern auf der gemeinsamen Grillparty, „normalisiert“ wurde. Fanszenen von Fußballclubs können hingegen sowohl als Rekrutierungsraum für Rechtsextreme dienen, wie etwa lange bei Lazio Rom, als auch eine linke Schlagseite haben, wie beispielsweise beim AS Livorno oder hierzulande beim FC St. Pauli. Ist das Konzept der kulturellen Hegemonie also inhaltlich völlig offen, verwundert es nicht, dass es auch philosophisch von ganz unterschiedlichen Seiten aufgegriffen wurde. Entdeckten seit Beginn der 1970er-Jahre zunächst postmarxistische Linke wie Chantal Mouffe und Ernesto Laclau oder die britischen Cultural Studies um Stuart Hall Gramscis Schriften wieder, wurde er später auch von Vordenkern der Neuen Rechten wie Alain de Benoist oder Götz Kubitschek aufgegriffen.


Gerade an sozialen Medien zeigt sich: In der Demokratie zählt tatsächlich jeder, weil im vorpolitischen Raum potenziell auch jeder ein Mikro-Influencer ist


 

Wirklich entscheidend für die gesellschaftlichen Machtverschiebungen waren in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Bezug auf den vorpolitischen Raum aber weniger solch philo-strategische Überlegungen – dafür blieben diese dann insgesamt doch zu randständig – als vielmehr strukturelle Verschiebungen durch einen medialen, technologischen und lebensästhetischen Wandel. Das lässt sich an zwei Beispielen verdeutlichen. Zum einen anhand des europaweiten Abstiegs sozialdemokratischer und linker Parteien. Nun hat dieser freilich viele Gründe, allen voran die Verprellung eines Teiles der Kernwählerschaft durch den neoliberalen Schwenk in der Schröder- Blair-Ära. Ebenso wichtig erscheint aber auch das sukzessive Wegbrechen jener vorpolitischen Räume, die für die Linke früher ein beinahe „natürliches“ Reservoir an Wählerstimmen sicherte. Das beginnt beim Bedeutungsverlust der Gewerkschaften, geht über die Auflösung vorpolitisch gut organisierter Arbeitsmilieus – man denke etwa an die einst so stark durch Vereine, Chöre und informelle Zusammenschlüsse geprägten Stahl- und Kohlereviere – bis zur sukzessiven Erosion einer dezidiert linken Vergnügungskultur. Letzteres zeigt sich exemplarisch am zunehmenden Verschwinden der „Case de Popolo“ in Italien, also jener günstigen, von linken Parteien bespielten Lokale, die über Jahrzehnte zentrale Treffpunkte fürs Stadt- und Dorfleben waren.

Zum anderen haben sich mit der Digitalisierung aber auch völlig neue vorpolitische Räume aufgetan. Von sozialen Medien wie Facebook bis hin zu Foren wie reddit oder 4chan und 8chan. Und auch wenn die Digitalisierung inhaltlich zunächst natürlich neutral ist, haben bis dato vor allem rechtsextreme Kräfte von ihr profitiert. Ein Beispiel dafür ist Donald Trump. Dessen Wahlkampf war 2016 auch stark davon geprägt, dass seine Anhänger eine aggressive Meme-Kultur aufgriffen, die zunächst in Foren wie 4chan oder 8chan, in denen es sonst eher um zynischen Humor oder Computerspiele geht, kultiviert wurde und sich später dann im gesamten Netz verbreitete. Ähnliches sieht man im Fall der AfD: Diese versucht nicht nur in strukturell eher konservative Vorräume des Politischen, etwa Schützenvereine, vorzudringen, sondern hat auch die sozialen Medien sehr früh als eine Art digitaler Stammtische verstanden und diese dementsprechend stark bespielt. Sind es momentan also vor allem die Rechtsextremen, die versuchen, ihre autoritären Ideen über den vorpolitischen Raum immer weiter gesellschaftsfähig zu machen, müssen sich alle Verteidiger eines freiheitlich-pluralistischen Zusammenlebens in Zukunft stärker für eine kulturelle Hegemonie der Demokratie engagieren. Und das bedeutet konkret mindestens dreierlei. Erstens: Wenn gerade in ländlichen Regionen die soziale Infrastruktur wegbricht, also Jugendclubs oder Sportheime geschlossen werden, gehen damit oft auch vorpolitische Räume der pluralistischen Demokratie verloren, deren Lücken dann von Rechtsextremen leicht gefüllt werden können. Zweitens: Die Kräfte der pluralistischen Demokratie müssen noch mehr digitale Kompetenz entwickeln, um das Netz nicht zunehmend Nazis zu überlassen. Und schließlich drittens: Mit Blick auf die Bedeutung der vorpolitischen Räume bestätigt sich, dass in der Demokratie tatsächlich jeder zählt, weil im vorpolitischen Raum eben potenziell auch jeder eine Art Mikro-Influencer ist. Rassismus und Demokratiefeindlichkeit setzen sich langfristig nämlich immer dann durch, wenn nicht genug Menschen widersprechen. Ob im Stadion, in der Kneipe oder im Buchclub. •

Diesen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Nr. 4 / 2020

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