Corona und Klasse

Oft heißt es: das Virus sei egalitär, weil es jeden treffen könne. Das mag an sich stimmen. Doch Gesundheitsrisiken sind auch eine Frage der Sozialstruktur.

Autorität in Zeiten von Corona

Krisenzeiten schärfen die Wahrnehmung. Etwa darauf, was wirklich „systemrelevante“ Berufe sind. Aber auch, wie Autorität funktioniert, lässt sich in Zeiten von Corona klarer beobachten. Ein Denkanstoß von Catherine Newmark.

Die Lehre der Leere

Auch Talkshows reagieren auf Corona: kein Publikum und Abstand zwischen den Gästen. Das führt zu einer überraschend neuen Debattenkultur.

Unfehlbar sind nur Engel

Jene, die sich nicht an die Ausgangsregeln halten, werden in den sozialen Medien geächtet. Ein fataler Fehler, meint die Philosophin Susanne Schmetkamp.

Das Virus als Prozess

Politiker sprechen vom „Krieg“ gegen das Coronavirus. Der Systembiologe Emanuel Wyler, der gerade an SARS CoV-2 forscht, plädiert jedoch dafür, Viren nicht als „Feinde“, sondern als Prozess zu verstehen. Das helfe auch beim Umgang mit der Pandemie.

Im Angesicht der Ohnmacht

Die Überwindung von Seuchen stellten Gemeinschaften immer wieder auf ein neues
Fundament. Ob uns das bei Corona auch gelingen wird?

Abstand halten!

In seinem Hauptwerk “Masse und Macht” beschreibt Elias Canetti die menschliche
“Berührungsfurcht” – und lässt die Folgen der Corona-Krise in einem neuen Licht
erscheinen.

Rasender Stillstand

Die Coronakrise stellt die Systemfrage. Unsere Reaktion auf sie müssen wir deshalb auch vor zukünftigen Generationen verantworten. Ein Denkanstoß von Armen Avanessian.

Dialektik der Distanz

Abstand halten ist das Gebot der Stunde. Doch gerade dadurch können wir uns näher kommen. Ein Text von Slavoj Žižek.

„Auf einmal sind wir nicht mehr die Gejagten“

Vielleicht erinnert uns die Epidemie daran, dass die Welt letztlich unverfügbar ist, dass wir sie nie ganz beherrschen können, wenn wir keine Monster erschaffen wollen? Das meint der Soziologe Hartmut Rosa, mit dem wir sprachen, während er sich selbst in Quarantäne befand.

„Wir sind zu Managern unserer Einsamkeit geworden“

Gemeinhin sind wir versucht, die dunkle Seite des Lebens auszublenden. Simon Critchley sieht genau hin. Beleuchtet Tod, Selbstzerstörung, Selbsthass in Zeiten von Instragram – und erklärt die Melancholie zum Anfang allen Denkens. Wir trafen ihn in New York.

Oliver Percovich: Der Antifragile

Der Umgang mit Unwägbarkeit ist sein Leben: Der Skater Oliver Percovich begeisterte Kinder in Krisengebieten für seine Leidenschaft – und machte einen Beruf daraus. Begegnung mit einem, der verfallene Städte in eine Halfpipe verwandelt.

Wem gehören meine Organe?

Jeder ist automatisch ein Organspender, so er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat: Das ist der Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn. Zu Recht ist dieses Vorhaben umstritten.

Wer hat Angst vor dem Volk?

Bereits die Gründerväter der Demokratie hielten das Volk für dumm. Diese Erniedrigung macht den Populismus heute wieder groß. Besiegen kann ihn nur der Glaube an die Mündigkeit des Menschen.

Dialektik der Sensibilität

Die Sensibilisierung des Selbst ist der Motor des Fortschritts. Inzwischen aber schlägt die positive Kraft moderner Empfindsamkeit ins gerade Gegenteil um: Die Kultur der Sensibilität droht den sozialen Raum zu zerstören. Der Soziologe Andreas Reckwitz erläutert in seinem Essay die Gründe.

Die gestohlene Geschichte

Philosophinnen unterliegen in der Geschichte einem doppelten Ausschluss: 
zu Lebzeiten meist marginalisiert, werden sie überdies von der Philosophiegeschichte und deren Kanonbildung oft verdrängt und vergessen. Trotzdem gibt es in allen Epochen erstaunlich viele philosophische Werke von Frauen. Ruth Hagengruber macht im Gespräch deutlich, was uns entgeht, wenn wir diese ignorieren.

Bourdieu und der Habitus

Vor 40 Jahren erschien Pierre Bourdieus Hauptwerk „Die feinen Unterschiede“. Im Zentrum dieser herrschaftskritischen Gesellschaftsanalyse steht der „Habitus“. Eine Art Stallgeruch, der maßgeblichen Einfluss auf die Eigen- und Fremdwahrnehmung eines Menschen hat. Über ein System von Grenzen und Möglichkeiten und seine Bedeutung im Zeitalter der Globalisierung.

Das Ende des Liberalismus

Unternehmen wie Google und Amazon gefährden die Freiheit der Märkte, weil sie selbst zu Märkten geworden sind.

Kirchensteuer abschaffen?

Zwischen acht und neun Prozent der Einkommensteuer beträgt die Kirchensteuer in Deutschland. Angesichts von Skandalen ist die Zahl der Kirchenaustritte rasant gestiegen. Ist die Abgabe noch zu rechtfertigen?