Utopischer Pragmatismus

In Krisenzeiten treten oft ideologische Weltverbesserungsreflexe zu Tage – doch am Ende passiert meistens: nichts. Warum also nicht direkt mit der Praxis anfangen? Ein Denkanstoß von Martin Gessmann.

Die Kunst der Quarantäne?

Vieles, was für gewöhnlich Lebensfreude verheißt, ist gerade nicht möglich. Grund genug, um mit Sören Kierkegaard über den Genuss in der Beschränkung nachzudenken. Ein Denkanstoß von Theresa Schouwink.

Chance der Neugeburt

Die Zukunft hängt von unserem Handeln ab. Der Soziologe Hartmut Rosa deutet die Corona-Krise mit Hannah Arendts Begriff der Natalität.

Sterben in Zeiten der Pandemie

Der Tod ist in der Corona-Krise so präsent wie lange nicht. Und doch ist unser Umgang mit ihm geprägt von Abwehr und Angst – mit schwerwiegenden Folgen. Ein Denkanstoß von Thomas Macho.

Die Tragik der Krise

Was zählt mehr: Jedes einzelne Menschenleben, die Regeneration der Natur, die wirtschaftliche Zukunft? Utilitarismus oder Deontologie? In seinem Denkanstoß entzieht Michael Hampe dieser Diskussionen den Boden.

Es wird Geister geben

Auch wenn Covid-19 irgendwann aus dem medialen Fokus verschwunden sein wird: die Toten bleiben. An der Frage, wie wir mit ihnen umgehen, entscheidet sich, welche Gesellschaft wir sein werden.

Trauen wir uns zu trauern

Beim Umgang mit der Corona-Pandemie bleibt für das Betrauern unseres Normalitätsverlusts kaum Zeit. Dabei könnte gerade das die politische Gemeinschaft stärken. Ein Denkanstoß von Stephanie Rohde.

Durch Verwundbarkeit verbunden

Die Coronakrise zeigt in aller Deutlichkeit: Soziale Fürsorge muss von der Verletzlichkeit des anderen ausgehen, nicht von der eigenen Immunität. Ein Denkanstoß von Sabine Hark.

Zutritt verboten

Das aktuelle Kontaktverbot ist epidemiologisch zweifellos notwendig. Für die Demokratie wird der verordnete Rückzug ins Private dennoch ein Problem. Ein Denkanstoß von Arnd Pollmann.

Erhabene Unsicherheit

Das Virus bestimmt unser Leben. Höchste Zeit, sich den Begriff des Erhabenen zu vergegenwärtigen – und so ein Stück Souveränität zurückzugewinnen. Ein Denkanstoß von Stefan Willer.

Stille als Chance?

Das Corona-Virus lässt die Welt stillstehen. Viele romantisieren diesen Zustand. Dabei ist es notwendig, inspirierende und dumpfe Stille voneinander zu unterscheiden. Ein Denkanstoß von Leyla Gleissner.

System ohne Differenz

Pandemien erfordern von unserer modernen Gesellschaft eine paradoxe Reaktion: Um ausdifferenziert zu bleiben, darf sie einstweilen keine Unterschiede machen. Ein Denkanstoß von Marcel Schütz.

Schluss mit dem TINA-Prinzip

Die kapitalistische Lebensform schien lange alternativlos. Die Corona-Krise zeigt: Das ist ein Irrtum. Ein Denkanstoß von Rahel Jaeggi.

Durchbrecht die Reflexe

Apokalyptische Mahner versuchen aufmerksamkeitsökonomischen Profit aus der Corona-Krise zu schlagen. Dabei käme es gerade jetzt darauf an, mit solch eingespielten Mustern zu brechen. Ein Denkanstoß von Andrea Geier.

Warten auf den Grenzfall

Wäre eine gezielte Infizierung von Krankenhauspersonal, gar eine flächendeckende „Durchinfizierung“ am Ende besser?, so fragen sich viele. Nein, meint Eva Weber-Guskar. Zumindest nicht in der jetzigen Situation.

Viral vernetzt

Menschen versuchen die Unheimlichkeit von Viren zu mildern, indem sie Metaphern wie die des „Feindes“ für sie finden. Letztlich kommt es jedoch darauf an, unsere biologisch-physische Vernetzung zu verstehen. Ein Denkanstoß von Eduard Kaeser.

„Töten durch Unterlassen ist zu befürchten“

Fehlende Regeln für den Ausnahmezustand seien bereits eklatant. Auf uns zukommen werden zudem juristisch nicht legitimierbare medizinische Entscheidungen, meint der Rechtsphilosoph Reinhard Merkel im Interview.

Die Rückkehr des Feindes

Die neoliberale, globalisierte Gesellschaft kannte lange weder Grenzen noch Feinde. Das Coronavirus führt nun zu einer schockartigen Immunreaktion. Ein Denkanstoß von Byung-Chul Han.

Ausweitung der Trackingzone

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie wird zunehmend auf digitale Überwachung gesetzt. Das kann zu einer datenpolitischen Schocktherapie führen. Ein Denkanstoß von Felix Maschewski und Anna-Verena Nosthoff.