Seit einer Woche sind die Menschen im Iran von der Außenwelt abgeschnitten. Es ist von starken Repressionen und Massakern angesichts anhaltender Massenproteste gegen das Regime auszugehen. Thomas von der Osten-Sacken erklärt, inwiefern die Proteste sich von bisherigen unterscheiden, und blickt auf die Chancen der iranischen Opposition.
KI droht, Arbeitsleistung radikal zu entwerten und damit unsere Quelle für Wohlstand und Würde zunichtezumachen. Doch zugleich steckt in der Technik das Potenzial für ein freies Leben ohne Lohnarbeit. Es kommt darauf an, die Weichen richtig zu stellen und herauszufinden, woraus Wohlstand und Würde in Zukunft erwachsen können.
Mazviita Chirimuuta: „Neurowissenschaftliche Modelle müssen mit mehr Vorsicht interpretiert werden“
Was, wenn unsere neurowissenschaftlichen Modelle des Gehirns zu vereinfachend sind, um die Realität abzubilden? Zu dieser Lektion der Demut lädt das Buch The Brain Abstracted ein, das in Großbritannien den Preis des Royal Institute of Philosophy gewann. Ein Interview mit dessen Autorin Mazviita Chirimuuta.
Unter jungen Menschen in Deutschland und Europa scheint der christliche Glaube im Trend zu liegen. Bei einigen verbindet sich die Religion mit kulturkonservativen Vorstellungen weiblicher Keuschheit und teilweise auch mit rechtsextremistischem Denken. Eine Spurensuche nach den vielfältigen Gründen der neuen Religionsbegeisterung.
Zeitlebens bewunderte Emmanuel Lévinas Werk und Person Jean-Paul Sartres. Umgekehrt schien sich Sartre nur wenig für Lévinas zu interessieren, auch wenn er diesem einiges zu verdanken hatte. Denn über Lévinas‘ 1930 erschienene Dissertation zu „Husserls Theorie der Anschauung“ fand Sartre ersten Zugang zur Phänomenologie. Heute wäre Lévinas' 120. Geburtstag.
Geopolitische Umbrüche, Krisen, Kriege: Die moderne Fortschrittserzählung funktioniert nicht mehr, so der Soziologe Andreas Reckwitz in seinem aktuellen Buch Verlust. Dass alles immer besser wird, ist fragwürdig geworden. Juli Zeh hat eine andere Perspektive: Wir sind, so ihre These, viel zu verlustfixiert, um uns produktiv der Zukunft zuzuwenden. Wie also müssen wir unsere Zeit begreifen? Beim jüngsten Philo.live!-Festival trafen die beiden zum ersten Mal aufeinander.
Regina Schidel: „Menschen mit ‚Behinderung‘ standen nie im Fokus des philosophischen Interesses“
Für die westliche Philosophietradition ist es die Vernunft, die den Menschen zum Menschen macht. Menschen mit Behinderung wurden von ihr ignoriert oder abgewertet. Regina Schidel plädiert für eine philosophische Auseinandersetzung mit Behinderung und Ableismus, die diese fatalen Annahmen überwindet und Vernunft als vielgestaltig versteht.