Nr. 4 / 2014

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Dossier: Das Ich-Syndrom:
Bin ich der wichtigste Mensch in meinem Leben?

Über 2000 Jahre predigten die Weisen unserer Kultur, das gute Leben zeichne sich dadurch aus, möglichst wenig „an sich zu denken“. Heute hingegen wird perma­nente Selbstsorge zum Fundament einer wahrhaft ethischen Existenz erklärt. Die Maxime des „Ich zuerst!“ bildet die Grundlage einer immer größeren Anzahl von Therapie­- und Selbsthilfeangeboten. Nur ein sich liebendes, gefestigtes Ich, das seine eige­nen Bedürfnisse kennt und umzusetzen weiß, ist demnach in der Lage, auch für andere Menschen Sorge zu tragen. Worin liegen die Gründe für diese Entwicklung? Und ist ein verstärktes Selbstinteres­se wirklich die Heilung – oder nicht vielmehr die Krankheit selbst?

Mit Beiträgen unter anderen von Konrad Paul Liessmann, Josef Früchtl, Dieter Thomä und Julia Frank


Gibt es ein Recht auf Faulheit?

Der moderne Leistungsträger definiert sich durch das, was er tut. Stillstand ist für ihn gleichbedeutend mit Tod. Aber welche Bedeutung hat die Passivität für unsere Existenz? Weist die Faulheit gar den Weg in ein anderes, selbstbestimmteres Dasein? Der Kulturwissenschaftler Thomas Strässle und der Schriftsteller Lukas Bärfuss über ein Leben jenseits der Leistungslogik
Bild: Public Domain


Im Kopf von Putin

Im Kreml weht ideologisch ein neuer Wind. Verschiedenste Denkschulen, vom Konservatismus des „russischen Weges“ bis zu Propheten eines „eurasischen Imperiums“ konkurrieren dort um die Macht. Liefert die russische Philosophie Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen Wladimir Putins?
Illustration: © Michael Pleesz for Time


Bernard Stiegler:
„Wenn man schweigt, fängt „es“ zu sprechen an“

Ob digitale Revolution, Krise des Kapitalismus oder die Struktur menschlichen Begehrens: Das Denken Bernard Stieglers ist den großen Fragen unserer Gegenwart verpflichtet. Den Weg zur Philosophie fand der Franzose im Gefängnis während einer langjährigen Haftstrafe.
Bild: © CC BY-SA 4.0 Lamiot


Der Klassiker: Spinoza und die Lebenslust

„Freude ist ein Übergang des Men­schen von einer geringeren zu einer größeren Vollkommenheit.“ Aufbauend auf diese Grundüberzeugung revolutionierte Baruch de Spinoza (1632-­1677) das Denken seiner Zeit. Der Amsterdamer Philosoph entwirft ein Bild der menschlichen Existenz, in dem eine vernunft­geleitete Maximierung der Lebenslust das eigentliche Erkenntnisziel darstellt.
Illustration: © Nazario Graziano/Colagene, Foto: The Bridgeman Art Library


Intro

  • Editorial
  • Ihre Frage
  • Kinder fragen Tomi Ungerer
  • Leserbriefe

Zeitgeist

  • Sinnbild
  • Denkanstöße
  • Resonanzen
    Die Macht der Füße: Fragile Zustände in Brasilien /
    Einzigartig rund: Warum es doch keine Paralleluniversen gibt /
    Magie des Verschollenen: Gespräch mit Georg Seeßlen über die Maschine MH370 /
    Europawahl: Der Höhenflug des Front National
  • Weltbeziehungen 
    Public Viewing
    Kolumne von Hartmut Rosa
  • Kaufrausch
    Brauchen wir elektrische Retro-Velos?
    Kolumne von Markus Krajewski

Horizonte

  • Dialog
    Gibt es ein Recht auf Faulheit?
    Lukas Bärfuss / Thomas Strässle
  • Analyse
    Im Kopf von Putin
    Von Michel Eltchaninoff

Dossier:
Bin ich, der wichtigste Mensch in meinem Leben?

  • Dem Narzissmus eine Chance
    Von Wolfram Eilenberger
  • Streitfall: Ich – Soll man sich lieben?
  • Mein Selbstbild: Fünf Menschen erzählen.
    Mit einem Kommentar von Josef Früchtl
  • Erkenne dein Selfie!
    Von Konrad Paul Liessmann
  • Der ultimative Ego-Test: Nehme ich mich wichtig genug?
  • Die Nora-Problematik
    Von Svenja Flaßpöhler
  • Dialog: Wie viel Ich tut mir gut? Julia Franck / Dieter Thomä

Ideen

  • Das Gespräch
    Bernard Stiegler
  • Werkzeugkasten
    Lösungswege / Der Dibbuk / Die Kunst, immer recht zu behalten
  • Der Klassiker
    Spinoza und die Lebenslust

    Von Michael Hampe
    + Sammelbeilage:

    Auszüge aus Spinozas „Ethik“
    Mit einem Vorwort von André Comte-Sponville

Bücher

  • Buch des Monats
    „Religion ohne Gott“ von Ronald Dworkin
  • Thema
    Dialektik der Aufklärung: Drei Bücher über Sex und Fortpflanzung
  • Scobel.Mag
  • Die Philosophie-Magazin-Bestenliste

Finale

  • Agenda
  • Comic
  • Lebenszeichen
    Von Tieren lernen: Die Schnecke /
    Das Gare ist das Wahre:
    Kierkegaards Kabeljausalat
  • Spiele
  • Sokrates fragt
    Cédric Klapisch