Ayn Rand und der Egoismus

Illustration: Emmanuel Polanco, Bildvorlage: Ayn Rand Archives

In Deutschland ist Ayn Rand bis heute so gut wie unbekannt, in den USA hingegen gilt sie als Ikone des Libertarismus. Ihr Einfluss auf das geistige Klima der USA wuchs mit der Finanzkrise von 2008 gar, die aus europäischer Sicht das Scheitern des Neoliberalismus zu zeigen scheint. Ihr Credo: Nieder mit dem Altruismus, es lebe der „rationale Egoismus.“ Der Philosoph Dominique Lecourt sowie der kalifornischen Unternehmer Peter Thiele stellen Rands Denken und Leben vor. Danach liegt es ganz bei Ihnen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.


Ayn Rand in
sechs Daten:

g
1905: Geburt am 2. Februar
in Sankt Petersburg

1926: Auswanderung in
die USA

1931: Ayn Rand erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft

1943: Ihr zweiter Roman
„Der ewige Quell“ erscheint

1957: „Der Streik“ erscheint

1982: Tod am 6. März in
New York

Ayn Rand? Wer ist das? Wir europäischen Intellektuellen kennen sie meist nicht. Auf der anderen Seite des Atlantiks hingegen ist sie so berühmt, dass sogar Briefmarken mit ihrem Konterfei bedruckt wurden. Diese Frau irritiert. Als amerikanische Schriftstellerin und Philosophin mit russischen Wurzeln fand sie sehr schnell Mittel und Wege, amerikanischer zu sein als die Amerikaner selbst. Sie irritiert uns oft auch, weil sie den Egoismus als höchste Tugend preist und dem Altruismus entgegensetzt, der heute so hochgeschätzten Fürsorge für andere. Waren beispielsweise die rettenden Männer beim Anschlag auf den Thalys-Zug am 21. August 2015 nicht Helden, weil sie – aus Altruismus – ihre Nächsten vor einem Blutbad gerettet haben? Kann man vor diesem Hintergrund ohne Scham den Egoismus preisen – Egoismus verstanden im landläufigen Sinne als Haltung, die gekennzeichnet ist durch das Streben nach Erlangung von Vorteilen für die eigene Person ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer?

Wer also ist Ayn Rand? Mit richtigem Namen Alissa Sinowjewna Rosenbaum wurde sie 1905 in Sankt Petersburg geboren als älteste Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie. Ihr Vater war Apotheker und wurde nach 1917 von den Bolschewiki enteignet. Ihren mysteriösen Künstlernamen nahm sie 1934 in den USA an, wo sie acht Jahre zuvor mit einem hart erkämpften Visum an Land gegangen war, geflohen aus der „stalinschen Hölle“. Im Jahr 1931 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. Als dissidente Pionierin kehrte sie nie wieder nach Sowjetrussland zurück und starb am 6. März 1982 in New York. Ihr Werk bleibt von dieser Herkunft geprägt und ihr Denken entwickelt sich ausgehend von dieser kurzen, aber intensiv erlebten Erfahrung mit dem Kommunismus. Die soziologische und historische Kritik des Totalitarismus ist nicht ihr Ziel. Anders als bei Hannah Arendt ist ihre Philosophie nicht durch Martin Heideggers technikkritische Thesen beeinflusst. Im Gegenteil, Ayn Rand stellt sich selbst als „Rationalistin“ dar und verteidigt die Rolle der Wissenschaft bei der Beherrschung von Naturphänomenen, mit denen der Mensch konfrontiert ist.

Ihre Argumentation entwickelt sich unter dem Eindruck einer großen Enttäuschung. Bei ihren ersten Veröffentlichungen in Amerika muss sie erfahren, dass ihre neuen Mitbürger kein Interesse an der düsteren Realität in der Sowjetunion haben. Schlimmer noch, sie entdeckt voller Ungläubigkeit, dass das Milieu der amerikanischen Intellektuellen und Künstler große Nachsicht in Hinblick auf den real existierenden Sozialismus an den Tag legt. In dieser Gleichgültigkeit sieht sie ein deutliches Zeichen für die tiefe moralische Krise des Kapitalismus.

Eine Frau mit Einfluss

Ihre Leidenschaft ist das Kino, schon bald ist sie mit einem Schauspieler verheiratet, sie schreibt zahlreiche Drehbücher, Theaterstücke und Polit-Fiction-Texte im Stile Orwells. Doch Erfolg hat sie schließlich Ende der fünfziger Jahre als Autorin dicker philosophischer Romane. Tausende Seiten, Millionen Leser! Ihren Erfolg verdankt sie dem stürmischen Wesen ihrer Protagonisten – leidenschaftlichen und rebellischen Helden mitten aus dem Leben. Howard Roark zum Beispiel, der geniale und unverstandene Architekt aus „Der ewige Quell“ (1943), der lieber sein Werk zerstört, als den Wünschen und Launen seiner Auftraggeber nachzugeben. John Galt, ihre berühmteste Figur, jener Eisenbahningenieur, der in „Der Streik“ (1957) die Abspaltung der produktiven Eliten – heute würde man sagen des Topmanagements – organisiert und den Gedanken des Streiks umkehrt, denn nun sind es die „Chefs“ und nicht die „Proletarier“, die alle Arbeit niederlegen.

Ayn Rand sah das Ende des Wohlfahrtsstaats (welfare state) vorher zu einer Zeit, als „progressives“ Denken en vogue war. Sie kündigte die Politik des „weniger Staat“ an, die sich im Laufe der achtziger Jahre durchsetzte. Sie wusste einflussreiche Schüler zu überzeugen, darunter Alan Greenspan – lange Zeit Vorsitzender der US-Notenbank – und Ronald Reagan, den sie in Hollywood kennengelernt hatte. Bei jeder Wahl zum Weißen Haus konnte man beobachten, wie ihr Einfluss weiterlebte durch Kandidaten, die sich als Anhänger des „Libertarismus“ präsentierten und sich in ihrem Kampf für eine größtmögliche Ausweitung individueller Freiheiten (Meinungsfreiheit, sexuelle Freiheit, Liberalisierung des Drogenkonsums usw.) mehr oder weniger auf sie beriefen, auch wenn sie solche Vereinnahmungen stets zurückgewiesen hat.

Egoistisch zu sein heißt für Rand, zu sich selbst zu stehen und nicht der Meinung der anderen nachzugeben


 

Was einigen ihrer Anhänger die größten Probleme bereitet, ist, dass Ayn Rand den Egoismus als den höchsten moralischen Wert versteht. Rand gibt dem Wort „Egoismus“ einen Sinn, der von seiner gewöhnlichen pejorativen Bedeutung weit entfernt ist. Egoistisch zu sein heißt für sie in erster Linie, zu sich selbst zu stehen. Nicht der Meinung der anderen nachzugeben, nicht hinter ihren Wünschen zurückzustecken. Das kann man natürlich als gegen die anderen gerichtet verstehen. Egoismus kann auch sein, dass man die anderen so behandelt, als würden sie nicht existieren. Das nenne ich den Egoismus der Gleichgültigkeit. Wie oft kommt es vor, dass Zeugen einer Gewalttat ihre Blicke abwenden und nichts damit zu tun haben wollen? Man kann Egoismus aber auch verstehen als etwas, das für einen selbst ist. Und darin besteht die besondere Bedeutung, die Ayn Rand diesem Begriff gibt. Zu sich selbst zu stehen, heißt, sein „Ego“ zu pflegen und seine gesamten intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten zu entwickeln. Es heißt, „ich“ zu sagen, da, wo man uns zwingen will, „wir“ zu sagen. Es heißt das ganze Potenzial seiner Kreativität zu entfalten. Also auch die Weigerung, sich den Forderungen und den Werten der anderen zu unterwerfen.

Kommen wir auf die Helden im Thalys-Zug zurück. Dass sie das Risiko einer äußerst gefährlichen Konfrontation eingegangen sind, war nicht in erster Linie aus Solidarität mit potenziellen Opfern. Auch nicht einfach nur, um „ihre eigene Haut zu retten“, sondern weil das Selbstbild, das sie von sich hatten (insbesondere die Soldaten), es verlangte, in dieser Weise verantwortungsvoll zu handeln. So kann der Egoismus also einen positiven, ja sogar heldenhaften Wert haben. Man kann hier wie Rand von „rationalem Egoismus“ sprechen, weil es nicht das Gefühl war, das sie antrieb, sondern das Nachdenken darüber, was sie als ihre Pflicht ansahen.

Die Altruismusfalle

Dass es uns schwerfällt, diesen Sinn des Wortes anzuerkennen, liegt an unserem verkehrten Moralverständnis. Wir gehen von einem Gegensatz zwischen Egoismus und Altruismus aus, der sich aber als Trugschluss erweist. Dieser Gegensatz wurde konstruiert von August Comte, dem Hohepriester der Menschlichkeit, der das Wort „Altruismus“ 1854 als symmetrische Entsprechung zu „Egoismus“ bildete. Rand nimmt das Risiko in Kauf zu schockieren und prangert diese Diskussion als „gewaltige Täuschung“ an. Für die Moral ist in erster Linie das Streben nach dem Guten wichtig. Doch was ist das Gute? Ein Wert, der allen aufgezwungen wird? Also ein Wert, der jenen Werten entgegensteht, denen zufolge jeder von uns individuell für sein persönliches Glück strebt? Aus dieser Sicht erscheint das Gute als negativer Wert, da man ihn für das Ergebnis eines Verzichts hält, in religiösen Begrifflichkeiten für ein Opfer. Denken wir an die bei der Taufe verwendete liturgische Formel: „Widersagt ihr dem Satan und allen Verlockungen des Bösen?“ Ayn Rand, die als Atheistin in einem bekanntlich sehr religiösen Land auftritt, kämpft gegen jegliche „opferhafte“ Form der Moral. Den vor gut meinenden Gefühlen triefenden Reden der Altruisten und Menschenfreunde hält sie entgegen, dass der Geist jedes Individuums, das sich davon einlullen lässt, ein Stück mehr von seiner Unabhängigkeit verliere.

Das moralische Ziel jedes Menschen kann laut der Denkerin allein die materielle und geistige Unabhängigkeit sein. Alle Formen der Abhängigkeit sind hingegen abzulehnen. Das spricht vor allem gegen den Wohlfahrtsstaat – der zu stark in die Wirtschaft eingreift –, aber auch gegen den Geist des Kommunitarismus. Ayn Rand schwimmt gegen den Strom, gegen die Umstände ihrer Zeit: Der Keynesianismus ist damals en vogue und unter der Regierung Kennedy (die sie nicht sonderlich schätzt) ist staatlicher Interventionismus an der Tagesordnung, der den Aufschwung fördern soll.

Die junge Ayn Rand versucht zu verstehen, wie die Regierung des Landes der individuellen Freiheit auch nur die leiseste Nachsicht mit dem Kommunismus haben konnte. Die Antwort ist nun offensichtlich: Sie sind in die Altruismusfalle getappt. Sie haben den Zusammenhang zwischen Altruismus und Kollektivismus in all seinen Formen (einschließlich der religiösen) nicht erkannt. Sie haben den edlen und großmütigen Sinn des rationalen Egoismus nicht erfasst. Rand hatte einen besonders weitgefassten Begriff des Kollektivismus. Sie hatte Max Stirner gelesen, den Autor von „Der Einzige und sein Eigentum“ (1844), und bewunderte seit ihrer Jugend Nietzsche. Vor diesem Hintergrund verurteilte sie jegliche Philosophie, die das menschliche Denken preisgibt und es der Macht einer höheren Entität unterwirft (Gott, das goldene Kalb, die Partei, die Rasse …).

Ein visionärer Pessimismus


Bild: © CC-by-SA 2.0 Fortune Live Media

Text von Peter Thiel

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Er studierte Philosophie in Stanford, bevor er einer der einflussreichsten Unternehmer im Silicon Valley wurde. Er war Mitbegründer von PayPal und der Erste, der in Facebook investierte. Heute ist er Chef des Investment- fonds Clarium Capital. Intellektuell bekennt er sich zum Libertarismus. Er erzählt uns, wie er Ayn Rand für sich entdeckte, und bewundert die Weitsicht ihrer Ideen, mit denen sich so unterschiedliche Phänomene wie der Niedergang Detroits oder der Wiederaufschwung der Piraterie erklären lassen.

Ein Jahr nach seiner Veröffentlichung 1957 verkaufte sich „Der Streik“ 70 000 Mal. Seit der Finanzkrise 2008 werden 500 000 Exemplare pro Jahr verkauft. Dieses vor mehr als einem halben Jahrhundert erschienene Buch hat seinen Verkauf um das Siebenfache gesteigert, in einem Land, dessen Bevölkerung sich nicht einmal verdoppelt hat. Ayn Rands Werk findet also ungebrochen Anhänger, es hat aber auch schon immer Kritik hervorgerufen. In den Augen mancher ist Rand die Personifizierung des Bösen. Noch heute erfährt sie sowohl blinde Bewunderung als auch offenen Hass. Ihre Gegner werfen ihr vor, nicht von realen Menschen zu sprechen. Doch es reicht schon, Rands Beobachtungsgabe zu schätzen: Was ist mit Argumenten, die sie bereits in den fünfziger Jahren vorbrachte, als die Welt von heute noch unvorstellbar war?

Ich habe „Der Streik“ zum ersten Mal 1989 gelesen. Die geopolitische Situation schien damals Reagans Optimismus recht zu geben. Es war die Zeit von Milton Friedman und Francis Fukuyama: Ersterer führte die Amerikaner auf die sonnigen Höhen des freien Marktes, der Zweite versicherte, dass der Rest der Welt nichts anderes zu tun habe, als sich an ihre Fersen zu heften. Rands Werk, das eine Welt heraufbeschwört, in der nichts mehr funktioniert, setzt sich davon durch seinen Pessimismus ab. 20 Jahre später gewinnen bestimmte Elemente von „Der Streik“ seltsamerweise an Aktualität. In Rands Roman kommt es zu einem Wiederaufleben der Piraterie. Was man als Romanerfindung abtat, ist Realität geworden: Seit einiger Zeit greifen Piraten Schiffe am Kap Hoorn an. Der Untergang des fiktiven Unternehmens im Roman, der Twentieth Century Motor Company, schien das unwahrscheinlichste Katastrophenszenario zu sein – bis eines Tages General Motors seine Bilanz offenlegte.

Die große verlassene Industriestadt mit von Pflanzen überwucherten Ruinen, deren Einwohner anfangen, wieder Landwirtschaft zu betreiben, schien eine Science-Fiction-Kulisse zu sein. Heute wird Detroit von Unkraut überwuchert. 1967 verkündete Jean-Jacques Servan-Schreiber, dass die amerikanische Wirtschaft, die durch spektakuläre technologische Fortschritte weltweit vorn lag, bald Europa an die Wand drücken werde. Diese Vorhersage ist nicht eingetroffen. Die USA sind vielleicht in einer besseren Lage als Europa, aber das ist kaum ein Grund, stolz zu sein. Vor 50 Jahren schien nichts den Fortschritt aufhalten zu können: Wer hätte geglaubt, dass eine Stadt wie Detroit zerfallen könnte? Doch Ayn Rand hatte das richtig vorhergesehen. Schon allein dafür, dass sie die Einsicht hatte, dass die Siege des Menschen über die Natur niemals endgültig sind, stehen wir in ihrer Schuld. •

 

Wider die Ethik des Todes

Im Laufe der Jahre hat Ayn Rand ein regelrechtes philosophisches System aufgebaut – eine Metaphysik, eine Epistemologie, eine Moral und eine Politik – und sie stellt ihre Philosophie in die Tradition der Gründungsväter der amerikanischen Demokratie. In ihren Augen kann nur die individuelle Freiheit ein gültiges Fundament für die Organisation des Lebens in einer Gesellschaft sein. Und ihr Werk will nicht mehr und nicht weniger, als eine „Philosophie des Lebens“ sein. Dieser Ethik steht jegliche Moral entgegen, die ihre Werte außerhalb ihrer selbst sucht. Solche Werte agieren schließlich gegen die Moral, denn sie bilden eine Ethik des Todes. Die Aktualität dieser Überlegungen ist offensichtlich, wenn man bedenkt, dass der Tod – der Tod für andere oder für sich selbst, der heimliche oder der inszenierte Tod – eine entscheidende Rolle spielt bei dem Prozess der plötzlichen Mobilisierung junger „radikalisierter“ Muslime. Es ist noch nicht oft genug gesagt worden, dass der sogenannte Islamische Staat seine Anhänger auf der akzeptierten Grundlage einer „Ethik des Todes“ rekrutiert. Sie kritisieren den Westen und halten uns vor, dass wir das Leben lieben – in ihren Augen unsere Schwäche –, während sie den Tod lieben und dies als ihre Stärke betrachten.

Rand will ihre zahlreichen Leser über die Altruismusfalle aufklären. In Artikeln und Vorträgenkämpft die Denkerin unermüdlich gegen die entfremdende Logik der Aufopferungsmoral. Sie lässt nicht locker. Aufgeben hieße, von vornherein das Scheitern bei der Verwirklichung eines Wunsches zu akzeptieren. Die große Rede von John Galt, dem freiwillig verschwundenen Genie und Anführer des Aufstands in „Der Streik“, wendet sich feierlich an die aufgebrachte Menge, die wütet, weil sie sieht, wie die „Verstandesmenschen“ – die Chefs und oberen Führungskräfte – angewidert sind von der Kritik, mit der man sie überschüttet, und sich weigern, ihre Verantwortung im gesellschaftlichen Spiel zu übernehmen. Rands Held kann sich endlich offenbaren und erklären, „was mit der Welt nicht stimmt“. Er kann benennen, was er lange Zeit als Hindernis für das Glück jedes Einzelnen erahnt hat. Es ist die „verkehrte Moral“, die ständig wiederholt: Ihr lebt für die anderen. Ihr müsst nach der Meinung der anderen handeln. Ihr werdet bewundert. Ihr werdet geliebt. Ihr glaubt, das Gute zu tun.

Ayn Rand fordert uns auf, die Freiheit zurückzuerobern, die in unserer Entscheidungsmacht begründet liegt. Was andere das Gute nennen – den anderen zu dienen –, nennt sie das Böse, weil es die Abhängigkeit ein Stück weit verschlimmert. Ayn Rand ist stets bereit, den feierlichen Schwur zu erneuern, den sie ihrem Helden in „Der Streik“ zum Abschluss in den Mund legt: „Bei meinem Leben und meiner Liebe zum Leben schwöre ich, dass ich niemals um eines anderen Menschen willen leben werde, noch von einem anderen verlangen werde, um meinetwillen zu leben.“ •

Aus dem Französischen von Grit Fröhlich


Eine amerikanische Leidenschaft


Von Washington über Silicon Valley bis Hollywood haben sehr unterschiedliche Personen Ayn Rand gewürdigt oder scharf kritisiert. Eine kleine Auswahl von Promi-Zitaten

In der Politik

„Wenn wir dann älter werden, merken wir, dass eine Welt [wie sie Ayn Rand propagiert], in der wir nur an uns selbst denken, in der wir das ganze Selbstverwirklichungsprojekt für wichtiger halten als unsere Beziehungen zu anderen Menschen und die Sorge dafür, dass alle anderen auch Chancen haben – dass das eine ziemlich enge Weltsicht ist. Sie beschreibt nicht gerade Amerikas beste Seiten.“

Barack Obama, ehemaliger Präsident der USA

„Natürlich hatte ich meine Phase, in der ich Ayn Rand gelesen habe.“

Hillary Clinton, demokratische US-Präsidentschaftskandidatin 2016

„,Der Streik‘ hat mich all meine Glaubenssätze und Prinzipien neu überdenken lassen. (…) Individualismus ist die Schlüsselbotschaft des Buchs.“


Ron Paul, Ex-Präsidentschaftskandidat der Libertarian Party

In der Wirtschaft

„Sie hat mir gezeigt, dass Kapitalismus nicht nur effizient und praktisch, sondern auch moralisch ist.“


Alan Greenspan, enger Freund 
von Ayn Rand und ehemaliger Direktor
der amerikanischen Zentralbank Fed

„Wenn ihr ,Der ewige Quell‘ gelesen habt, erinnert ihr euch, dass Howard Roark lieber in einem Steinbruch arbeitet, als mit seinen Prinzipien zu brechen (…), obwohl er Millionen hätte verdienen können als berühmter Architekt. Man sieht also, dass es nicht darum geht, viel Geld zu verdienen, sondern darum, seine schöpferische Vision zu verwirklichen.“

Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia

In der Popkultur

„Ich habe ,Der ewige Quell‘ verschlungen und dann ,Der Streik‘. Ich finde, Rands Philosophie ist sehr interessant. Man überdenkt sein Leben neu und was für einen wichtig ist.“


Angelina Jolie, Schauspielerin

„,Der ewige Quell‘ ist eine fesselnde Hommage an die Suche des Menschen nach persönlicher Freiheit. Ich habe es zum ersten Mal auf dem College gelesen und es hat mich damals sehr stark beeinflusst.“


Hugh Hefner, Gründer des Playboy

„Oh, ,Der ewige Quell‘! Ist das nicht die Bibel für rechte Loser?“

Lisa Simpson in der Fernsehserie: „Die Simpsons“

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Dieser Beitrag finden Sie in der Ausgabe Nr. 5 / 16